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Coronavirus (Covid-19) – Regierungsrat motiviert Aargauerinnen und Aargauer zum Impfen und unterstützt Kostenpflicht bei Tests für symptomfreie Personen

Eventualplanung für Massnahmen im Kompetenzbereich des Regierungsrats bei allfälliger Eskalation der epidemiologischen Lage

Der Regierungsrat erachtet eine markante Erhöhung der Impfquote als zwingend notwendig, um die Coronavirus-Pandemie bewältigen und unter anderem auch die Risiken von resistenten Mutationen verringern zu können. Er motiviert die noch ungeimpften Aargauerinnen und Aargauer, sich so schnell als möglich impfen zu lassen. Im Rahmen der vom Bund von den Kantonen geforderten flankierenden Massnahmen wird unter anderem die Umsetzung der Schutzkonzepte verstärkt kontrolliert und Spitälern, Pflegeeinrichtungen und so weiter der Zertifikatseinsatz empfohlen. Für weitergehende Massnahmen im Falle einer Eskalation der Lage wurde eine Eventualplanung erstellt. Der Regierungsrat unterstützt zudem die vom Bundesrat vorgeschlagenen Anpassungen bei der nationalen Teststrategie (Einführung Kostenpflicht für das Testen von symptomfreien Personen). Seit gestern Montag kann in Aargauer Schulen und Betrieben das repetitive Testen wieder durchgeführt werden.

"Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen, wie wichtig das Impfen zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie ist", betont Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Vorsteher des Departements Gesundheit und Soziales, "die steigenden Zahlen bei den Infektionen und Hospitalisationen betreffen mit wenigen Ausnahmen nicht geimpfte Personen."

Neben dem akuten Gesundheitsschutz verweist der Gesundheitsdirektor auf einen weiteren wichtigen Aspekt, um rasch eine möglichst hohe Impfquote zu erreichen: "Es geht unter anderem auch darum, einen möglichst guten Immunitätsschutz für die Gesamtbevölkerung sicherzustellen, bevor sich resistente Mutationen entwickeln können, gegen welche die heutigen Impfstoffe wirkungslos sind."

Der Regierungsrat motiviert deshalb die noch ungeimpften Aargauerinnen und Aargauer, sich möglichst bald impfen zu lassen. Er lanciert unter anderem in den nächsten Tagen eine kantonale Kampagne und steht mit den Gemeinden in Kontakt, um sie aktiv in die Impfkampagne einbinden zu können.

Lage Kanton Aargau

Seit Anfang Juli sind eine Zunahme der täglichen positiven Fälle wie auch ein steigender Reproduktionswert zu beobachten. So betrug die Anzahl positiver Fälle in der Kalenderwoche (KW) 31 1'260 (KW 31: 634, KW 30: 335 Fälle, KW 29: 241 Fälle, KW 28: 177 Fälle), was eine Verdoppelung der Fallzahlen innerhalb von zwei Wochen ist. Die 14-Tages-Inzidenz beträgt 278.5 auf 100'000 Einwohner. Auch die Positivitätsrate steigt weiter an und beträgt aktuell 13.3 Prozent. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sind die Reiserückkehrenden. Bei einer weiteren Zunahme der Fallzahlen in diesem Tempo droht den Spitälern eine ähnliche Situation wie im Herbst 2020. Weiterhin ist eine hohe Belastung des Gesundheitspersonals und insbesondere der Intensivstationen nicht ausgeschlossen.

Die Anzahl der Hospitalisierungen auf der Intensivstation steigt auf tiefem Niveau ebenfalls an. Dabei fällt auf, dass im Kanton Aargau fast alle Hospitalisierten auf der Intensivstation nicht geimpfte Personen sind. Aktuell ist der grösste Teil der wegen Covid-19 hospitalisierten Personen nicht geimpft. Das zeigt, dass die Impfung weiterhin wirksam ist und vor allem dafür sorgt, dass schwere Krankheitsverläufe, die zu einer Hospitalisierung führen, verhindert werden können.

Die aktuelle Impfquote im Kanton Aargau liegt bei 53 Prozent. Um diese weiter zu steigern, starteten diese Woche die ersten Impfungen an den kantonalen Mittelschulen. Die Berufsfachschulen werden ebenfalls zeitnah mit dem Angebot bedient. Im Anschluss sollen Impfungen auch an der Oberstufe der Volksschule angeboten werden. Die Impfung ist für alle Schülerinnen und Schüler freiwillig.

Beim repetitiven Testen sind derzeit 632 Organisationen respektive 33'711 Personen angemeldet. Wegen einer ausstehenden Swissmedic-Freigabe konnte der Kanton Aargau die bisher verfügbaren Testkits für das repetitive Testen nicht weiterverwenden. Die neuen Testkits werden laufend ausgeliefert, sodass das repetitive Testen in Schulen seit dem 16. August 2021 und in den Betrieben, Betreuungseinrichtungen und Pflegeheimen ab dem 23. August 2021 wiederaufgenommen wird.

Regierungsrat unterstützt Vorschlag des Bundesrates zur Einführung der Kostenpflicht bei Tests für Personen ohne Symptome

Der Regierungsrat unterstützt grundsätzlich die Stossrichtung der vom Bundesrat in einem Konsultationsverfahren bei den Kantonen vorgeschlagenen Anpassungen der Covid-19-3-Verordnung zur Anpassung der nationalen Teststrategie.

Der Regierungsrat begrüsst insbesondere, dass symptomfreie Personen, die sich testen lassen, die Kosten für den Test selber bezahlen müssen. Damit wird die Bundeskasse wesentlich entlastet. Dies ist gerade im Hinblick darauf, dass bei steigenden Fallzahlen eine Ausweitung der Zertifikatspflicht zur Verhinderung eines Lockdowns denkbar ist, zentral. Der Kanton Aargau schätzt, dass dem Bund bisher für die Finanzierung der Tests der Aargauer Bevölkerung Kosten von rund 75 Millionen Franken entstanden sind. Der Regierungsrat erachtet es zudem als richtig, dass denjenigen Personen, die sich nicht impfen lassen können, die Tests weiterhin bezahlt werden.

Der Regierungsrat befürwortet weiter in seiner Vernehmlassungsantwort die Fortsetzung des repetitiven Testens in Schulen, Betrieben und Institutionen des Gesundheitswesens (insbesondere Spitäler und Pflegeheime) nach dem 1. Oktober 2021. Er geht davon aus, dass die Kosten weiterhin vom Bund übernommen werden. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wird der Regierungsrat die Situation neu beurteilen.

Regierungsrat lehnt Anpassungen der nationalen Teststrategie ab, welche die kantonalen Logistikprozesse beeinträchtigen

Der Regierungsrat lehnt in seiner Vernehmlassungsantwort alle vom Bundesrat vorgeschlagenen Anpassungen der nationalen Teststrategie ab, welche grosse Auswirkungen auf die kantonalen Logistikprozesse haben. Dazu gehört unter anderem der Zugang von allen Personen zu Speichel-PCR-Pooltests. Der Regierungsrat bezweifelt, dass mit einem solchen individuellen Zugang zu einer sensiblen Diagnostik ein Mehrwert geschaffen werden könnte, zumal bei einem einzigen positiven Testergebnis sich alle am betroffenen Pool teilnehmenden Personen einen individuellen PCR-Test machen müssten.

Der Regierungsrat spricht sich auch gegen die Einführung eines zentralen, nationalen Dienstleisters zur Koordination von Logistik und Organisation allfälliger individueller Speichel-PCR-Pooltests aus; er befürchtet bei einer solchen Lösung Doppelspurigkeiten.

Eventualplanung des Regierungsrats für die Zukunft

Die Kantone sind zuständig, zusätzliche Massnahmen zu beschliessen zu denen des Bundes. Darum hat der Regierungsrat für den Fall, dass sich die epidemiologische Lage verschlechtert und eine Überlastung der Spitäler droht, in einer Eventualplanung drei Eskalationsstufen definiert. Die Höhe der Eskalationsstufe und damit die Massnahme hängen vom R-Wert und der Situation auf den Intensivstationen ab. Der Regierungsrat fasst im Rahmen seiner Eventualplanung im Fall von steigenden Fallzahlen und drohender Überlastung der Spitäler eine Ausweitung der Zertifikatspflicht ins Auge, um Schliessungen zu vermeiden.

Mit den kantonalen Massnahmen sollten die folgenden Ziele erreicht werden:

  • Sicherstellung der Gesundheitsversorgung für Covid-19- und Non-Covid-19-Patienten,
  • Bewahrung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Freiheiten,
  • Erhöhung der Durchimpfungsrate der Bevölkerung.

Die im Rahmen des Eventualplans vorgesehenen möglichen Massnahmen betreffen Clubs und Diskotheken, Restaurants und Bars, Einrichtungen des Gesundheits- und Betreuungswesens, Kultur, Sport- und Freizeiteinrichtungen, private und öffentliche Veranstaltungen, Schulen sowie Arbeitgeber.

Der Regierungsrat würde eine schweizweite Regelung des Einsatzes des Zertifikats begrüssen. Der Regierungsrat setzt sich für eine nationale, einheitliche Regelung ein.

Situation im Schulbereich

Am 9. August 2021 hat für insgesamt rund 100'000 Schülerinnen und Schüler im Kanton Aargau an der Volksschule und der Sekundarstufe II der Unterricht nach den Sommerferien wieder begonnen. Weiterhin müssen alle Hygiene- und Schutzmassnahmen, die sich in den vergangenen Monaten gut etabliert und bewährt haben, eingehalten werden. Das Tragen von Masken ist auf allen Stufen freiwillig.

Wie erwartet sind aufgrund des Ferienrückkehr-Effekts auch im Aargau steigende Infektionszahlen zu verzeichnen gewesen. Davon betroffen ist auch der Schulbetrieb: In der ersten Schulwoche sind 209 Schülerinnen und Schüler sowie vereinzelte Lehrpersonen aufgrund eines positiven Covid-19-Tests krankgemeldet worden und der Schule ferngeblieben. Für zwei Schulklassen – eine auf der Primarstufe und eine auf der Sekundarstufe II – wurde bis Ende der ersten Woche eine Klassenquarantäne angeordnet. Geimpfte Personen sind von der Quarantäne befreit.

Repetitives Testen startet wieder

Vergangene Woche konnten alle registrierten Schulen mit neuen Testkits für den Neustart beliefert werden. Dank des neu eingeführten zentralen Poolings reduziert sich der Aufwand für die Schulen wesentlich. Mit 25 neuen Schulstandorten hat sich eine erfreuliche Anzahl von Schulen neu zur Teilnahme entschieden, darunter sind auch grössere Schulen wie die Kreisschule Aarau-Buchs oder die Schule Oftringen. Insgesamt beteiligen sich nun 171 Schulstandorte. Das repetitive Testen bleibt sowohl für die Schulen als auch für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler und weiteres Personal freiwillig.

  1. Welche Schutzmassnahmen und Regeln zur Coronavirus-Pandemie gelten aktuell im Kanton Aargau?
    Welche Schutzmassnahmen und Regeln zur Coronavirus-Pandemie gelten aktuell im Kanton Aargau?
  • Regierungsrat
  • Departement Bildung, Kultur und Sport
  • Departement Gesundheit und Soziales
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