Navigation

Sprunglinks

zurück

Römische Wohnbebauung an der Badener Hörnligasse

Seit dem Frühling 2020 begleitet die Kantonsarchäologie die Leitungsarbeiten und Belagserneuerungen am und um den Badener Kurzplatz. Mit den aktuellen Aufschlüssen an der Hörnligasse enden diese. Die Kantonsarchäologie Aargau dokumentiert die zu Tage geförderten Befunde aus 2'000 Jahren Bädergeschichte.

Die Hörnligasse verbindet Kurplatz und Bäderstrasse. In der Römerzeit befand sich hier eine terrassierte Hangbebauung mit Wohn- oder Unterkunftsgebäuden. Im Bereich der modernen Leitungsgräben lassen sich Grundmauern von Steingebäuden aus dem 1. – 3. Jh. n. Chr. erkennen. Mauerzüge unterschiedlicher Bauart belegen wiederholte Umbauten. Fragmente von bemaltem Wandverputz und Reste eines Mörtelbodens zeugen von der baulichen Qualität der Gebäude. Anhand von Schichtresten von ausplaniertem Wandlehm erschliessen sich Archäologinnen und Archäologen Obergeschosse in Fachwerkbauweise oder ältere, ganz in Fachwerk erbaute Gebäude.

Archäologische Aufschlüsse zwischen Römerzeit und Moderne in den Badener Bädern

Die aktuellen Aufschlüsse zeigen ferner, dass die Fundamente der mittelalterlichen Gasthäuser "Blume" und "Hörnli" teilweise direkt auf die Mauerreste und den Abbruchschutt der römischen Gebäude gesetzt wurden. Für den nördlich der Hörnligasse liegenden Gasthof "Ochsen" ist dasselbe zu erwarten. Die römischen Gebäude im Bereich der Hörnligasse wurden spätestens im 3. oder frühen 4. Jh. n. Chr. aufgegeben. Mit dem Wiederaufblühen der Bäder spätestens ab dem 12. Jahrhundert und dem Bau der benachbarten Gasthäuser entstand die heutige Gasse.

Abschluss der archäologischen Baubegleitung

Mit den aktuellen Arbeiten in der Hörnligasse endet auch die archäologische Begleitung der Leitungsbauarbeiten und Belagserneuerungen am und um den Badener Kurplatz. Die Untersuchungen von 2020 und 2021 haben weitere wichtige Erkenntnisse zur Geschichte der Badener Bäder erbracht. Sie ergänzen die bisherigen Resultate der seit 2009 von der Kantonsarchäologie durchgeführten Ausgrabungen und Bauuntersuchungen und tragen dazu bei, dass die Geschichte des über die Antike, das Mittelalter und die Neuzeit international bedeutenden Badeorts immer detailreicher nachgezeichnet werden kann.

  1. Blick von oben in die Hörnligasse, freigelegte Strassenarbeiten.
    Baden Hörnligasse
  2. Blick auf die offengelegte Hörnligasse.
    Baden Hörnligasse
  3. Nahaufnahme einer Kalkabsetzwanne.
    Baden Hörnligasse
  • Departement Bildung, Kultur und Sport
zurück