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Klimakompass: Regierungsrat präsentiert den ersten Teil seiner Klimastrategie

Themenbereiche mit besonderem Handlungsbedarf festgelegt – Erarbeitung der Massnahmen zusammen mit verschiedenen Akteuren

Der Regierungsrat hat den ersten Teil seiner Klimastrategie beschlossen, den sogenannten Klimakompass. Darin definiert er seine Schwerpunkte in Bezug auf den Klimawandel mit je sieben Handlungsfeldern für den Klimaschutz und für die Klimaanpassung. Die Handlungsfelder zeigen auf, in welchen Themenbereichen der Regierungsrat besonderen Handlungsbedarf sieht. Im zweiten Teil der Klimastrategie wird aufgezeigt, mit welchen Massnahmen der Kanton Aargau in seinem Kompetenzbereich dem Klimawandel begegnet. Dieser Massnahmenplan wird gemeinsam mit verschiedenen Akteuren erarbeitet und voraussichtlich noch im Verlaufe dieses Jahres publiziert.

Der Klimawandel betrifft auch den Kanton Aargau. Die erwarteten und teilweise schon heute spürbaren Auswirkungen sind die zunehmende Hitzebelastung im Sommer, häufigere Trockenperioden und Extremereignisse wie Stark-niederschläge oder Hochwasser, die Beeinträchtigung der Wasser-, Boden- und Luftqualität sowie die Veränderung der Lebensräume, Artenzusammensetzung und Landschaft. Die negativen Folgen des Klimawandels sind auf allen Ebenen spürbar – Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft.

Der Kanton Aargau hat diese Herausforderung früh erkannt und unternimmt beim Klimaschutz und der Klimaanpassung schon einiges. Er unterstützt das Abkommen von Paris und leistet im Rahmen seiner Kompetenzen seinen Beitrag, um die klimapolitischen Ziele des Bundes zu erreichen: Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2050 auf "Netto-Null" gesenkt und damit die Auswirkungen des Klimawandels begrenzt werden. Der Kanton Aargau unterstützt die Ziele des Bundesrats mit geeigneten Massnahmen und Ressourcen. Dabei stützt er sich unter anderem auf den 5. Nachhaltigkeitsbericht des Kantons Aargau, das Entwicklungsleitbild 2021–2030 des Regierungsrates und die Klima-Charta der Nordwestschweizer Kantone.

Entwicklungsschwerpunkt Klimaschutz und Klimaanpassung

Weiter hat er bereits letztes Jahr im Rahmen des Aufgaben- und Finanzplans 2021–2024 den vom Grossen Rat unterstützten Entwicklungsschwerpunkt Klimaschutz und Klimaanpassung geschaffen. Damit werden Klimamassnahmen koordiniert und regelmässig auf Wirksamkeit und Effizienz überprüft, neue und innovative Projekte unterstützt sowie zusätzlicher Handlungsbedarf eruiert. Der Regierungsrat will die gute Lebensqualität im Kanton mit breit abgestützten Massnahmen im Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel erhalten und weiterentwickeln.

Auf dieser Basis hat der Regierungsrat beschlossen, eine Klimastrategie zu erarbeiten. Mit dem Klimakompass legt er heute den ersten Teil dieser Strategie vor. Darin definiert er seine Schwerpunkte in Bezug auf den Klimawandel mit je sieben Handlungsfeldern für den Klimaschutz und für die Klimaanpassung. Die Handlungsfelder zeigen die Rahmenbedingungen und den Handlungsspielraum des Kantons für die Realisierung von Klimamassnahmen auf. Zwei bis vier Stossrichtungen pro Handlungsfeld zeigen auf, wie dem Klimawandel begegnet werden soll und wo Umsetzungsmassnahmen und Vorhaben ansetzen sollen.

Handlungsfelder im Klimaschutz

Beim Klimaschutz konzentriert der Regierungsrat die Massnahmen auf folgende sieben Handlungsfelder:

  • Dekarbonisierung Verkehr durch Vermeidung und Optimierung
  • Ressourcenschonender, energieeffizienter und CO₂-freier Gebäudepark
  • Klimaneutrale Industrie und Gewerbe basierend auf Kreislaufwirtschaft
  • Klimaschonende Landwirtschaft
  • Wald als Kohlenstoffspeicher
  • Beteiligungen, Beschaffung und Finanzierung
  • Innovationsförderung und Partizipation

Handlungsfelder in der Klimaanpassung

Der Klimawandel wird auch bei einer starken Reduktion der Treibhausgasemissionen weiter voranschreiten. Der Kanton Aargau richtet sich darum rechtzeitig auf die absehbaren Auswirkungen ein wie die zunehmende Hitzebelastung und Sommertrockenheit, das erhöhte Hochwasserrisiko, die Beeinträchtigung der Wasser-, Boden- und Luftqualität oder die Veränderung der Lebensräume, Artenzusammensetzung und Landschaft. Das Ziel in Bezug auf die Klimaanpassung ist es, die klimabedingten Risiken zu minimieren, die sich bietenden Chancen des Klimawandels zu nutzen und die Anpassungsfähigkeit (Resilienz) von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu erhöhen. In den folgenden sieben Handlungsfeldern fokussiert der Regierungsrat auf Massnahmen, um die negativen Folgen des Klimawandels zu minimieren, beziehungsweise sich ergebende Chancen zu nutzen:

  • Wasserspeicherung und klimaresilientes Trinkwasser- und Wassermanagement
  • Hitzeangepasste Siedlungsentwicklung
  • Umgang mit klimabedingten Naturgefahren
  • Klimaresiliente ökologische Infrastruktur
  • Klimaangepasste Landwirtschaft
  • Klimaresilientes Waldmanagement
  • Leben und Arbeiten mit dem Klimawandel

Umsetzung zusammen mit verschiedenen Akteuren

Aufbauend auf den Handlungsfeldern des Klimakompasses setzt der Kanton wirkungsvolle und wirtschaftliche Massnahmen um. Diese werden im Massnahmenplan, dem zweiten Teil der Klimastrategie, dokumentiert, der voraussichtlich noch im laufenden Jahr publiziert wird.

Für wirksamen Klimaschutz und vorausschauendes Handeln zur Klimaanpassung braucht es den Austausch und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren. Deshalb arbeitet der Kanton für die Umsetzung der Klimastrategie partnerschaftlich mit den Gemeinden, der Wirtschaft und weiteren Anspruchsgruppen zusammen, um optimale Lösungen zu finden und Chancen zu nutzen.

  • Regierungsrat
  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
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