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Coronavirus (Covid-19) – Regierungsrat begrüsst grossen Öffnungsschritt des Bundesrats in Richtung Normalität

Organisation und Ressourcen des Krisenmanagements werden Lageentwicklung angepasst – Handlungsfähigkeit im Hinblick auf mögliche vierte Welle soll gewahrt bleiben

Der Regierungsrat begrüsst die vom Bundesrat am 23. Juni 2021 beschlossenen Lockerungen der Coronavirus-Schutzmassnahmen. Die Aufhebung der Homeoffice-Pflicht und die Anpassungen in den Bereichen Gastronomie, Grossveranstaltungen, Vereins-, Sport- und Kulturaktivitäten sowie Präsenzunterricht an Höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten bedeuten einen grossen Schritt in Richtung Normalität. An der Aargauer Volksschule besteht ab nächstem Montag keine Maskentragpflicht mehr. Organisation und Ressourcen des kantonalen Krisenmanagements werden der Entwicklung der Lage entsprechend angepasst. Dabei soll die Handlungsfähigkeit im Hinblick auf eine mögliche vierte Welle gewahrt bleiben. Um eine solche zu verhindern, braucht es unter anderem eine möglichst hohe Impfbereitschaft beziehungsweise Durchimpfung der Bevölkerung sowie die Einhaltung der nach wie vor gültigen Schutzmassnahmen und empfehlungen.

Die epidemiologische Lage und die wichtigsten Kennzahlen haben sich in den letzten Wochen auch im Kanton Aargau positiv entwickelt. Der Regierungsrat begrüsst deshalb den vom Bundesrat beschlossenen fünften Öffnungsschritt. Er bedeutet einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zurück in die Normalität.

Die Beschlüsse des Bundesrats entsprechen der Haltung und den Forderungen des Regierungsrats, insbesondere die Umwandlung der Homeoffice-Pflicht in eine Homeoffice-Empfehlung, die Aufhebung der Gäste-Pro-Tisch-Beschränkung in den Restaurants, die Anpassungen bezüglich Maskenpflicht sowie die Ermöglichung des Präsenzunterrichts an Höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Erfreulich ist insbesondere, dass kulturelle und sportliche Aktivitäten wieder weitgehend möglich sind. Somit können auch die Vereine ihre wichtige gesellschaftliche und soziale Funktion wieder wahrnehmen.

Epidemiologische Lage Kanton Aargau

Die Lage im Gesundheitswesen hat sich per Ende Mai 2021 entspannt – dies insbesondere aufgrund der reduzierten Bettenauslastung auf den Intensivstationen (IPS). Dabei ist die Anzahl der Covid-19-Patienten gesunken, ebenso in geringerem Ausmass auch die Anzahl der Non-Covid-19-Patienten. Die Anzahl der Covid-19-Patienten in den normalen Abteilungen ist ebenfalls rückläufig und bewegt sich seit Mitte Juni im einstelligen Bereich. Seit anfangs Mai sind nur noch vereinzelte Todesfälle zu verzeichnen. Seit dem 8. April 2021 zeigt sich eine zunehmende Abnahme der Covid-19-Fallzahlen. Seit dem 16. Juni 2021 liegt die 14-Tages-Inzidenz unter 40. Der Re-Wert liegt aktuell bei 0.68 (Quelle https://ibz-shiny.ethz.ch/covid-19-re-international (öffnet in einem neuen Fenster), publiziert am 24. Juni 2021), womit bei unverändertem Re-Wert die Fallzahlen weiter sinken werden.

Aufgrund der weiteren Öffnung ist mit einem Anstieg der sozialen Kontakte zu rechnen. Gleichzeitig erhöht sich der Schutz der Bevölkerung durch das Fortschreiten des Impfkampagne. Eine Herdenimmunität ist aber noch nicht erreicht. Steigende Fallzahlen und das Auftreten neuer, ansteckenderer Mutationen bleiben weiterhin ein mögliches Szenario.

Strategie und Ziele des Regierungsrats

Der Regierungsrat weist daraufhin, dass nach dem morgen Samstag, 26. Juni 2021, in Kraft tretenden grossen Öffnungsschritt die Impfkampagne nochmals an Bedeutung gewinnt, um eine vierte Infektionswelle mit steigenden Infektionszahlen und einer drohenden Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern; insbesondere auch im Hinblick auf verschiedene besorgniserregende Varianten (VOC) des Virus. Es braucht eine hohe Impfbereitschaft der Bevölkerung, um die angestrebten Immunitätsziele zu erreichen. Parallel dazu ist das repetitive Testen weiterzuentwickeln und die Teilnahme weiter zu vereinfachen.

Die Organisation und die Ressourcen des kantonalen Krisenmanagements zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie werden in den nächsten Wochen der weiteren Entwicklung der Lage entsprechend angepasst. Dabei ist einerseits der Kostenaspekt zu berücksichtigen und andererseits die Handlungs- und Reaktionsfähigkeit sicherzustellen, um bei einer allfälligen erneuten Verschärfung der Lage gewappnet zu sein.

Maskentragpflicht an der Oberstufe wird noch vor den Sommerferien aufgehoben

Der Bundesrat hat auch im Bildungsbereich weitere Lockerungsschritte beschlossen: So ist der Präsenzunterricht an Höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten wieder im gewohnten Umfang ohne Kapazitätsbeschränkungen möglich. Somit können die Höheren Fachschulen im Aargau und die Fachhochschule Nordwestschweiz ihren Unterrichtsbetrieb unter Einhaltung von Schutzmassnahmen, insbesondere der Maskentragpflicht in Innenräumen, nach nahezu einem Jahr Unterbruch wiederaufnehmen.

Neu liegt die Zuständigkeit für Massnahmen an der Sekundarstufe II (Mittel- und Berufsfachschulen) wieder in den Händen der Kantone. Im Kanton Aargau wird die Maskentragpflicht auf dieser Stufe vorerst im Aussenbereich aufgehoben, in den Innenbereichen wird sie für die letzten Schultage vor den Sommerferien aufrechterhalten. An der obligatorischen Volksschule hingegen fällt die Maskentragpflicht ganz weg, diese galt bis anhin noch für die Sekundarstufe I (Oberstufe) in den Innenräumen; die Maskentragpflicht kommt hier nur noch situativ für Lehrpersonen beziehungsweise Erwachsene zum Tragen, wenn diese untereinander oder zu Schülerinnen und Schülern den Abstand von 1,5 Metern über längere Zeit nicht einhalten können.

Covid-19-Programm

Vor dem Hintergrund des Drei-Phasen-Modells des Bundesrats – insbesondere der Stabilisierungs- und der Normalisierungsphasen – erhalten die Teilbereiche (Contact Tracing, Repetitives Testen, Impfkampagne, Covid-Zertifikate und Schutzkonzepte) eine gemeinsame Führung unter dem Dach des Covid-19-Programms. In der aktuellen Stabilisierungsphase sind noch nicht alle Personen geimpft, die sich schützen möchten. Deshalb bestehen in verschiedenen Bereichen weiterhin Schutzmassnahmen. Dadurch entstehen zwischen den Projekten in der Pandemie-Bekämpfung vermehrt Berührungspunkte. So betrifft das Covid-19-Zertifikat alle Bereiche von "Genesen" (Conti) über "Getestet" (Testwesen) bis "Geimpft" (Impfkampagne). Die Dachorganisation "Covid-19-Programm" soll diesbezüglich eine flexiblere und effizientere Allokation der in der Pandemiebekämpfung eingesetzten Mittel erlauben und Synergieeffekte nutzen und ausbauen. Der bisherige Leiter der Impfkampagne, Andreas Obrecht, übernimmt die Leitung des Covid-19-Programms.

Die tiefen Fallzahlen führen dazu, dass sich zum Beispiel der Aufwand für das Contact Tracing merklich reduziert hat. Das Contact Tracing konnte daher einen Teil des Personals zur Bewältigung der Anfragen beim Ausstellen der Covid-Zertifikate zur Verfügung stellen.

Seit 15. Juni 2021 bis heute wurden über das kantonale Webportal rund 75'000 Impf-Zertifikate bezogen. Die Resonanz in der Bevölkerung ist grossmehrheitlich positiv ausgefallen. Die grosse Anzahl von Anfragen konnte mit Unterstützung des Contact Tracing zur Mehrzahl beantwortet werden. Noch offene Anfragen werden bis Ende Juni abgearbeitet. Alle Informationen zu den verfügbaren Zertifikaten finden sich unter www.ag.ch/covid-zertifikat.

Genesen-Zertifikate können direkt beim Bundesamt für Gesundheit bezogen werden. Rund 3'600 Personen haben dieses Angebot genutzt. Für Getestet-Zertifikate haben sich bis heute rund 200 dezentrale Aussteller (Arztpraxen, Apotheken und Labore) über den Kanton AG beim Bund registriert. Diese stehen voraussichtlich ab Ende Juni zu Verfügung.

Neue flexible Impfangebote ab Montag

Im Kanton Aargau wurden bisher 320'967 Erstimpfungen und 216'393 Zweitimpfungen durchgeführt. Für Impftermine im Kanton Aargau gibt es keine Wartezeiten mehr. Ab nächster Woche stehen neue Angebote zur Verfügung. Die Impfzentren stellen auf einen Walk-in-Betrieb um. Das heisst, Impfungen in allen Impfzentren sind ohne vorgängige Registrierung möglich. Ab dem 28. Juni 2021 ist dies zeitgleich auch in 50 Apotheken im Aargau möglich. Im Juli und August sind zudem Impfungen bei ausgewählten Filialen von Migros und Coop möglich. Jugendliche von 12 bis 17 Jahren können sich weiterhin nur in den Impfzentren des Kantonsspitals Aarau in Aarau und des Kantonsspitals Baden in Baden impfen lassen.

Repetitives Testen in über 500 Organisationen

Alle Betriebe mit Firmensitz im Kanton Aargau und mindestens fünf testwilligen Mitarbeitenden können beim repetitiven Testen mitmachen. Mittlerweile tun dies 376 Betriebe. Auch bei 144 Schuleinheiten, in 29 Pflegeheimen sowie in 19 sozialmedizinischen Institutionen finden regelmässige Tests statt. Bislang haben sich rund 33'000 Einzelpersonen für das repetitive Testen angemeldet. Insgesamt wurden rund 15'400 Pools (Mischproben) getestet. Die Positivitätsrate lag stets unter 0.1 Prozent.

Das Projekt arbeitet an der Vereinfachung der Prozesse, um das repetitive Testen ausweiten zu können. Da weiterhin keine Herdenimmunität besteht, ist das repetitive Testen weiterhin ein probates Mittel, um infizierte Personen möglichst rasch zu entdecken, z. B. in Schulen. Diese pausieren während der Sommerschulferien. Diese Zeit wird genutzt, um das neue Schuljahr vorzubereiten und Abläufe anzupassen, damit die Schulen im August mit dem repetitiven Testen weiterfahren oder neu starten können. Dies ist gerade nach den Ferien aufgrund der Auslandreisen und vielseitigen sozialen Kontakten besonders wichtig.

Erfahrungen mit Pilotveranstaltungen

Im Kanton Aargau wurden drei unterschiedliche Pilotveranstaltungen bewilligt (Schwingfest, Management Symposium und Konzert). Die Veranstalter wurden bei der Erarbeitung und Umsetzung der Schutzkonzepte begleitet und beratend unterstützt. Insbesondere für den Bereich der Zutrittskontrolle sowie für den Bereich "Testen vor Ort" konnten im Hinblick auf kommende Grossveranstaltungen wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, was Platzverhältnisse und Personalbedarf angeht. Der Kanton zieht eine positive Bilanz über die Pilotphase für künftige Veranstaltungen.

Veranstaltungen ab 1'000 Personen benötigen eine kantonale Bewilligung. Unabhängig davon, ob eine Grossveranstaltung mit oder ohne Schutzschirm beantragt wird, steht den Veranstaltern ab 4. Juni 2021 ein Gesuchportal zur Verfügung: www.ag.ch/grossveranstaltungen. Im Kanton Aargau besteht zudem seit Anfang Mai die Möglichkeit, dass lokale und regionale Veranstaltungen und Projekte von einer finanziellen Unterstützung profitieren können, falls deren Durchführung aufgrund der Covid-19-Pandemie zu einem nachweisbaren Verlust geführt hat. Mit dieser kantonalen Defizitgarantie will der Regierungsrat auch kleineren Veranstaltungen eine Planungssicherheit verschaffen.

Wichtiger Hinweis

Was muss bei Ferienreisen ins Ausland beachtet werden?

Bereits Ende nächster Woche beginnen im Kanton Aargau die Sommerferien. Im Zusammenhang mit Reisen ins Ausland sind verschiedene Bestimmungen und Beschränkungen zu beachten.

Je nach Land gelten unterschiedliche Anforderungen für die Einreise. Der Bund empfiehlt dringend, sich über die Bestimmungen im Zielland zu informieren. Das gilt auch für Personen unter 16 Jahren.

Bezüglich Gültigkeitsdauer der Impfung oder von Testergebnissen entscheiden die Länder selbst, wie lange sie eine Impfung oder einen Test als "gültig" erachten. Das Schweizer Covid-Zertifikat soll mit den Zertifikaten der EU-/Schengen-assoziierten Staaten kompatibel sein. Der Anerkennungsprozess des Schweizer Covid-Zertifikats durch die EU wurde gestartet.

Bei der Rückreise aus den Ferien kann von den erleichterten Vorgaben und grenzsanitarischen Massnahmen für Einreisen profitiert werden. Diese sollen sich neu auf Einreisende aus Ländern mit einer besorgniserregenden Virusvariante konzentrieren. Informieren Sie sich vor der Rückreise unter bag.admin.ch/einreise (öffnet in einem neuen Fenster)über den Status Ihrer Feriendestination.

Eine Einreise in die Schweiz ist auch ohne Covid-Zertifikat möglich. Je nach Land und Reisemittel gelten andere Bestimmungen. Informieren Sie sich deshalb unter bag.admin.ch/einreise (öffnet in einem neuen Fenster). Die Test- und Quarantänepflicht soll gemäss Bund weitgehend aufgehoben werden. Die neuen Bestimmungen des Bundes gelten ab dem 26. Juni 2021. Ab diesem Datum wir auch ein negativer Antigen-Schnelltest für die Einreise anerkannt.

Bei Flugreisen wird für das Boarding von Personen, die weder geimpft noch genesen sind, ein negativer PCR-Test oder ein negativer Antigen-Schnelltest verlangt. Zudem müssen alle, die mit dem Flugzeug einreisen, ihre Kontaktdaten angeben. Die Kontrolle der Dokumentation (Impfung, Genesung oder Test) erfolgt durch die Fluggesellschaft vor dem Abflug. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren müssen bei der Einreise in die Schweiz keinen negativen PCR-Test oder negativen Antigen-Schnelltest vorweisen.

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