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Coronavirus (Covid-19) – Repetitives Testen in Schulen und Betrieben ab nächster Woche

Umfassendes Testkonzept für den Kanton Aargau

Nach Auswertung des Pilotprojekts und Vorbereitungen zum Hauptprojekt startet anfangs nächster Woche das repetitive Testen im Kanton Aargau. Das Konzept sieht einen schrittweisen Testaufbau in Schulen, Betrieben, Pflegeheimen und sozialmedizinischen Institutionen vor. Ab Mitte Juni 2021 bis Projektende sollen bis zu 200'000 Personen pro Woche getestet werden.

"Das repetitive Testen stellt neben der laufenden Impfkampagne einen weiteren wichtigen Pfeiler des Kantons Aargau in der Bekämpfung der Pandemie dar", sagt Kantonsärztin Dr. Yvonne Hummel. Das Projekt "Repetitives Testen" (ReTe) umfasst regelmässige Tests an Schulen, in Betrieben, in Pflegeheimen und in sozialmedizinischen Institutionen. Durch das wöchentliche Testen können asymptomatisch infizierte Personen identifiziert, Infektionsketten unterbrochen und Infektionsausbrüche verhindert werden. Die Teilnehmenden profitieren von weniger weitreichenden Quarantänemassnahmen. Im Fall eines positiven Testergebnisses einer einzelnen Person oder eines Infektionsausbruchs betreut das kantonale Contact Tracing Center die betroffenen Personen.

Der Testbetrieb startet anfangs nächster Woche in den Schulen und Betrieben. Eine Woche später folgen die Pflegeheime und die sozialmedizinischen Institutionen. Bis Ende Mai wird angestrebt, bis zu 100'000 Personen pro Woche zu testen. Ab Mitte Juni bis zum voraussichtlichen Projektende am 30. September 2021 soll die Zahl der Getesteten auf bis zu 200'000 Personen pro Woche ansteigen. Damit würde ein relevanter Teil der mobilen Aargauer Bevölkerung getestet werden.

Start mit grossen Schulen

Bei den Schulen wird zuerst an den oberen Stufen mit älteren Schülerinnen und Schülern gestartet, weil diese Altersgruppe mobiler ist und mehr soziale Kontakte auch über ihre Stammklasse hinaus pflegt und deshalb ein höheres Risiko für eine Covid-19-Infektion und deren Weiterverbreitung besteht. In einem ersten Schritt starten deshalb in den beiden nächsten Wochen sämtliche Aargauer Tagesmittelschulen mit der ersten Testrunde. Rund 800 Lehrpersonen und 4'300 Mittelschülerinnen und -schülern eröffnet sich somit die Möglichkeit zur Teilnahme. Zudem werden auch die bereits im Pilot eingebundenen Schulen mit insgesamt rund 940 beteiligten Personen den Testbetrieb wiederaufnehmen. Bei 26 Betreuungseinrichtungen und Sonderschulen findet nächste Woche der "Onboarding-Prozess" statt, womit auch dort die ersten Testrunden folgen können.

Für alle beteiligten Personen ist das repetitive Testen freiwillig. Je höher die Beteiligung ist, desto ausgeprägter ist die Entlastung für den regulären Schulbetrieb, indem Ausfälle wegen Quarantänen und zusätzliche aufwendige Abklärungen mit Massentests bei Infektionsausbrüchen reduziert werden können.

Risikobasiertes und effizientes Vorgehen zum Start

Bisher haben sich zirka 350 Betriebe mit rund 40'000 Mitarbeitenden registriert. Der Kanton Aargau priorisiert das Testen in Betrieben, wenn von einer hohen Gefährdung für eine Infektionsübertragung am Arbeitsplatz auszugehen ist (insbesondere produzierende Industrie) oder wenn ein Unternehmen über eine grosse Anzahl interessierter Mitarbeitenden verfügt.

Verzicht auf Kontaktquarantäne am Arbeitsplatz

Gemäss dem Bundesratsbeschluss vom 14. April 2021 zur Covid-19-Verordnung entfällt die Kontaktquarantäne am Arbeitsplatz für jene Mitarbeitende, die Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Person hatten, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitenden einfachen Zugang zu Tests gewähren und sich die Mitarbeitenden einmal pro Woche testen lassen können. Die Quarantänebefreiung gilt nur für die berufliche Tätigkeit; im privaten Leben müssen die Mitarbeitenden die Quarantänevorgaben einhalten und soziale Kontakte vermeiden. Für die Betriebe im Kanton Aargau bestehen zwei Möglichkeiten, um von den Erleichterungen zu profitieren:

  • Im Rahmen des Projekts "ReTe" des Kantons Aargau.
  • Eigenverantwortliche regelmässige Testdurchführung mittels Antigen-Schnelltest.

Voraussetzungen für die zweite Möglichkeit sind ein vom Kanton bewilligtes Konzept des Betriebs, die grossmehrheitliche Beteiligung der Belegschaft und die Durchführung der Tests durch Leistungserbringern nach KVG (Ärzte, Apotheker, Laboranten etc.). Das Formular für das Einreichen des Konzepts ist über die Webseite repetitives Testing für Unternehmen abrufbar.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt

Unter der Federführung des Kantonsärztlichen Diensts im Departement Gesundheit und Soziales startete das Pilotprojekt am 3. März und dauerte bis zum 26. März 2021. Teilnehmende waren sechs Pilotschulen, fünf Pflegeheime und drei Betreuungsinstitutionen. Im April kamen zwei Betriebe dazu, um die vom Bund empfohlene und im Kanton Graubünden bereits erfolgreich eingesetzte Software-Lösung "2weeks" zu prüfen. Diese hat sich in der Pilotphase als geeignet erwiesen. Das Pilotprojekt hat aufgezeigt, dass das repetitive Testen in der Lage ist, asymptomatisch infizierte Personen zu identifizieren und somit Infektionsketten zu unterbrechen. Der gewählte Ansatz mit Speichelproben wurde dabei von den getesteten Personen als praktisch und angenehm eingestuft.

Bund trägt die Kosten

Um besonders gefährdete Menschen besser zu schützen und lokale Infektionsausbrüche frühzeitig zu bekämpfen, übernimmt der Bund die Kosten für Tests von Personen ohne Symptome in

  • Ausbildungsstätten und in Situationen mit erhöhtem Übertragungsrisiko,
  • Unternehmen und Betrieben,
  • Gesundheitseinrichtungen, sozialmedizinischen Institutionen und Pflegeheimen.
  • Departement Gesundheit und Soziales
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