Navigation

Sprunglinks

zurück

Coronavirus (Covid-19) – Regierungsrat will repetitives Testen in Schulen und Betrieben schrittweise ausweiten

Priorisierung von Lehrpersonen über 50 bei Impfung gegen Covid-19

Der Bundesrat verfolgt mit der erweiterten Teststrategie Ansätze, um möglichst alle Ansteckungen mit dem Coronavirus zu erkennen und so die schrittweise Öffnung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zu begünstigen. Der Aargauer Regierungsrat unterstützt dieses Vorhaben und hat den Start des Hauptprojekts "Repetitives Testen" gutgeheissen. Mit dem Projekt sollen asymptomatische Personen, die sich mit Covid-19 infiziert haben, entdeckt und isoliert werden. In den kommenden Wochen wird das repetitive Testen in Schulen und Betrieben schrittweise ausgeweitet. Weiter hat die kantonale Impfkampagne beschlossen, an Aargauer Schulen tätige Lehrpersonen, die älter als 50 Jahre sind, innerhalb der Zielgruppe 5 priorisiert zu impfen.

Mit dem regelmässigen Testen von grossen Personengruppen sollen unentdeckte Ansteckungen gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit BAG dürften mehr als die Hälfte der Covid-19-Übertragungen durch Personen erfolgen, die zum Zeitpunkt der Ansteckung keine Symptome hatten beziehungsweise nicht wussten, dass sie das Coronavirus in sich tragen. Neben der Impfkampagne leistet auch eine hohe Testaktivität und damit ein schnelles Auffinden und Isolieren von infizierten Personen einen wichtigen Beitrag zur Pandemiebekämpfung. Damit wird auch der Boden für weitere Lockerungsschritte bereitet. Das Projekt "Repetitives Testen" ist ein konkreter Beitrag des Kantons Aargau an die Bewältigung der Pandemie.

Mitte Februar 2021 genehmigte der Regierungsrat das Pilotprojekt "Repetitives Testen (ReTe)". Die Umsetzung des repetitiven Testens von asymptomatischen Personen erfolgt gemäss Konzept in den drei Schritten Pilotprojekt, Evaluation und Hauptprojekt. Das Pilotprojekt startete am 3. März 2021 und dauerte bis zum 26. März 2021. Die Evaluation erfolgte laufend. Eine erste Auswertung des Pilotprojekts liegt nun vor.

Organisation Hauptprojekt

Das vom Regierungsrat am 7. April 2021 beschlossene Hauptprojekt deckt den Zeitraum April bis September 2021 ab. Die Schulen pausieren während der Sommerferien. Das Hauptprojekt weist drei Schwerpunkte auf: Das repetitive Testen in den Betrieben, in den Schulen und in den sozialmedizinischen Institutionen. Die Federführung für das Hauptprojekt liegt beim Departement Gesundheit und Soziales; miteinbezogen sind auch das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) sowie das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) sowie externe Leistungserbringer in den Bereichen Logistik, Informatik und Labor. Die beiden Departemente DVI und BKS verantworten die Teilprojekte gemäss den obigen Schwerpunkten.

Der Aufbau der Projektorganisation sowie die Vorbereitung der schrittweisen Ausweitung der testenden Institutionen bedürfen einer guten Vorbereitung. Für das Hauptprojekt "Repetitives Testen" bewilligt der Regierungsrat im Aufgabenbereich 535 'Gesundheit' 1,5 Millionen Franken.

Teilprojekt "Repetitives Testen in Betrieben"

Seit dem 19. März 2021 können sich Unternehmen auf der Webseite des Kantons für das repetitive Testen registrieren. Inzwischen haben sich rund 250 Unternehmen mit zirka 30'000 Mitarbeitenden angemeldet. Frühestens Anfang Mai soll in diesen Unternehmen schrittweise mit dem Testen begonnen werden. Das Umsetzungsteam wird die Unternehmen direkt kontaktieren.

Covid-19-Impfkampagne: Priorisierung von Lehrpersonen über 50

Die kantonale Impfkampagne hat nach Ostern die Zielgruppe 2, Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen, geöffnet. Mitarbeitende des Gesundheitswesens und des sozialmedizinischen Bereichs im Kanton Aargau können sich über www.ag.ch/covid-impfanmeldung für die Covid-19-Impfung anmelden. Beim Termin im Impfzentrum weisen diese sich mit einem Mitarbeiterausweis (Badge) aus oder bringen eine Bestätigung des Arbeitgebers mit.

An Aargauer Schulen angestellte Lehrpersonen im Alter von 50 Jahren und älter werden innerhalb der Zielgruppe 5, "restliche Bevölkerung", eine Priorisierung erhalten. Stichtag ist das Geburtsdatum. Die Impfungen werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Monats Mai stattfinden. Alle weiteren Informationen zum Ablauf und zu den Terminen folgen über die etablierten Kommunikationskanäle für Lehrpersonen (Schulportal, Schulblatt), sobald diese verfügbar sind. Bereits getätigte Registrierungen im Kanton Aargau müssen nicht angepasst werden.

Impfkampagne bereitet verschiedene Szenarien vor

Der Kanton Aargau folgt mit seiner Impfkampagne weiterhin den Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Demnach gibt es vier priorisierte Zielgruppen. Sie machen im Aargau knapp die Hälfte der Bevölkerung aus. Alle übrigen Personen erhalten voraussichtlich im Juni eine Impfung. Die Impfkampagne bereitet aber auch das realistische Szenario vor, dass dies bereits im Mai der Fall sein wird. Dies hängt von der Anzahl registrierter Personen pro Zielgruppe und von der Lieferung des Impfstoffs ab. Schon heute erhalten im Aargau Personen unter 65 aus den Zielgruppen 1 und 2 eine Impfung. Ein Medienbericht von gestern Donnerstag hat fälschlicherweise Mitte Juni als Zeitpunkt für die Impfung der Restbevölkerung genannt und im publizierten Kantonsvergleich wichtige Informationen weggelassen. Der Kanton Aargau ist im Stande, allein mit den Impfzentren bis zu 50'000 Impfungen pro Woche durchzuführen, sollte dies notwendig sein.

Hinweis

Pilotprojekt "Repetitives Testen" (ReTe) brachte nützliche Erkenntnisse für das Hauptprojekt

Mit dem Pilotprojekt konnten Projektorganisation, Prozesse der Vorwärts- und Rückwärtslogistik der Teströhrchen und Poolproben sowie Information und Dokumentation der teilnehmenden Institutionen und ihrer Mitglieder einem Praxistest unterzogen werden. Dabei zeigte sich, dass insbesondere der Startphase beim Eingliedern von Institutionen, dem Zusammenführen der Einzelproben ("Poolen") und der Digitalisierung der Prozesse eine hohe Beachtung zukommen muss.

Neben einer guten Dokumentation sind auch digitale Einführungsveranstaltungen für die teilnehmenden Institutionen wichtig, um offene Fragen zu klären.

Das Poolen der Einzelproben bedeutet für viele Institutionen eine Herausforderung betreffend Ressourcen und geeigneter Räumlichkeiten. Ein zentrales Poolen an einem bestimmten Ort würde zu zeitlichen Verzögerungen beim Testen führen, was der Wirkung des repetitiven Testens abkömmlich wäre. Deshalb wird auch im Hauptprojekt in erster Linie auf dezentrales Poolen vor Ort gesetzt werden.

Für den Start des Pilotprojekts stand vorerst noch keine geeignete Software zur Verfügung, weshalb alle Daten manuell erhoben werden mussten. Die Rahmenbedingungen des Hauptprojekts machen automatisierte und digitalisierte Lösungen nötig. Eine entsprechende Software wurde in der Zwischenzeit evaluiert und kann im Hauptprojekt eingesetzt werden.

Unterschiedlich hohe Teilnahmequoten

Die Teilnahme ist sowohl für Institutionen und Firmen wie auch für die beteiligten Einzelpersonen freiwillig. Dies führte bei den Pilotinstitutionen zu unterschiedlich hohen Teilnahmequoten. Die höchsten Teilnahmequoten wurden bei den Schulen (69 Prozent) und den Betreuungsinstitutionen (63 Prozent) erreicht. Die durchschnittliche Teilnahmequote bei den Pflegeheimen war mit 25 Prozent deutlich tiefer, wobei diese zwischen den Institutionen allerdings sehr unterschiedlich war (9 bis 89 Prozent). Die tiefere Teilnahmequote bei einigen Pflegeheimen dürfte zumindest teilweise in Teilzeit- und Schichtarbeit begründet sein, was regelmässiges Testen erschwert. Bei 9 von 12 Institutionen, bei denen die benötigten Angaben zur Berechnung der Teilnahmequote verfügbar waren, lag diese bei mindestens 58 Prozent, bei 7 von 12 bei mindestens 66,7 Prozent. Für das Hauptprojekt wird geprüft, ob eine Mindestbeteiligung pro Standort eine Voraussetzung für die Teilnahme von Institutionen sein soll, um den Nutzen für die Institution und breitere Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Während der Laufzeit des Pilotprojekts wurden insgesamt 7’233 Einzelproben erhoben, die zu 1’024 Pools zusammengeführt wurden. Im Schnitt bestand ein Pool aus 7 Personen. 69 Prozent der Einzelproben wurden in Schulen erhoben, 12 Prozent in Pflegeheimen und 19 Prozent in Betreuungsinstitutionen. Von den 1’024 Pools hat das beauftragte Labor 13 Pools (1,3 Prozent) positiv getestet. Beim anschliessenden Nachtesten der im Testpool befindlichen Personen wurden 12 Einzelpersonen mit einer Covid-19-Ansteckung ausfindig gemacht und isoliert.

  • Regierungsrat
  • Departement Gesundheit und Soziales
zurück