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Regierungsrat beantragt einen Zusatzkredit für Aarebrücke in Aarau

Mehraufwand im Brückenbau führt zu höheren Kosten

Seit Juli 2019 wird an der neuen Aarebrücke in Aarau gearbeitet. Der Bau der Brücke ist komplex und für alle Projektbeteiligten sehr anspruchsvoll. Neben der zeitlichen Verzögerung entstehen Mehrkosten, welche insbesondere auf Abweichungen in der Geologie, Mehraufwand beim Abbruch von im Boden verbliebenen Bauteilen von früheren Bauwerken sowie auf verunreinigte Baumaterialien zurückzuführen sind. Der Regierungsrat beantragt in der Botschaft an den Grossen Rat einen Zusatzkredit von 7,03 Millionen Franken.

Seit November 2019 laufen die Hauptarbeiten für die neue Aarebrücke in Aarau, zuvor wurde die Hilfsbrücke installiert. Bereits im Verlauf der ersten Arbeiten hat sich gezeigt, dass der Bau der Brücke komplex und für die Projektbeteiligten sehr anspruchsvoll ist. Die Projektbeteiligten waren konfrontiert mit Abweichungen in der Geologie, mit Mehraufwand beim Abbruch durch im Boden verbliebene Bauteile von früheren Bauwerken sowie mit verunreinigten Baumaterialien (wie Asbest oder verseuchtem Baugrund), die separat abgebrochen und entsorgt werden mussten.

Diese Mehraufwände führten zu Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Terminprogramm und zu Mehrkosten sowohl in der Umsetzung, als auch in der Projektierung. Dabei haben die Mehrkosten in der Geologie sowie in den Aushub- und Abbrucharbeiten keinen Zusammenhang mit dem gewählten Brückenobjekt "Pont Neuf". Die Mehrkosten wären auch bei anderen Brückenkonzepten in ähnlichem Umfang angefallen.

Mehrkosten betreffen fast ausschliesslich Kanton

In der Botschaft an den Grossen Rat beantragt der Regierungsrat einen Zusatzkredit in der Höhe von 7,03 Millionen Franken. In diesem Zusatzkredit sind 1,08 Millionen Franken Kreditrisiko inkludiert. Gemäss aktueller Endkostenprognose erhöhen sich die Kosten für den Neubau damit auf 40,09 Millionen Franken.

Die Mehrkosten betreffen fast ausschliesslich den Anlageteil Aarebrücke, an welchen die Stadt Aarau keinen Kostenbeitrag zu leisten hat. Unter Berücksichtigung des inzwischen vom Bund gesprochenen Beitrags aus dem Agglomerationsprogramm AareLand von total 3,26 Millionen Franken muss die Stadt Aarau nun einen Beitrag von 9,02 Millionen Franken leisten. Aarau bewilligte 2014 einen Kredit von 9'867'000 Franken.

Zu geringe Kostengenauigkeit im Kredit

Für den ursprünglichen Kredit war das generelle Projekt die Grundlage – das entspricht jedoch nicht im vollen Umfang der Genauigkeit eines Bauprojektes. Die damals dafür berücksichtigte Kostengenauigkeit von plus-minus fünf Prozent entsprach nicht dem Stand des Projektes. Üblich ist eine Reserve von plus-minus zehn Prozent.

Mittlerweile zeigt sich, dass mit den plus-minus zehn Prozent Reserven die Risiken des Baugrunds bei Grossprojekten (wie Tunnels und Brückenfundationen) zu wenig genau abgedeckt werden. Eine Kompensation der Mehrkosten aufgrund von Abweichungen im Baugrund im Rahmen des Projektkredites sind kaum möglich. Die Mehrkosten sind nicht vermeidbar – auch wenn sie früher erkannt worden wären.

Die Praxis der Kostengrundlage wurde in der Zwischenzeit geändert: Bei Kreditanträgen für neue Bauvorhaben wird die Kostengenauigkeit mit zusätzlichen Abklärungen auf der Basis eines Bauprojekts ermittelt. Damit wird eine Kostengenauigkeit von plus-minus zehn Prozent erreicht und die Risiken können besser eingegrenzt werden.

Bis vor wenigen Jahren haben die Marktsituation und die Teuerungsentwicklung eher zu einer Unterschreitung der Kredite geführt. Gerade bei Grossprojekten werden in der jüngsten Zeit jedoch aufgrund der Marktsituation starke Abweichungen von den Kostenannahmen festgestellt. Hinzukommen zusätzliche Auflagen bezüglich Immissionsschutz und Arbeitssicherheit, auch wegen Covid-19, welche die Einhaltung der Kredite erschweren.

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  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
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