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Coronavirus (Covid-19) – Bundesrat Alain Berset besuchte Kanton Aargau

Gesundheitsminister informierte sich über die Covid-19-Situation im Kanton Aargau

Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati empfing heute Donnerstag, 25. Februar 2021, Bundesrat Alain Berset in Aarau. Sie besuchten gemeinsam das Seniorenzentrum "Auf Walthersburg" in Aarau, um sich ein Bild vom Einsatz der mobilen Impfteams zu machen. Das Seniorenzentrum ist eine von 106 aargauischen Pflegeinstitutionen, die in diesen Tagen mit der Zweitimpfung versorgt werden. Anschliessend fand im Grossratsgebäude in Aarau ein kurzer Austausch statt.

BR Berset und RR Gallati bei der Medienkonferenz Bild vergrössern
Alain Berset im Aargau (© Keystone / Peter Klaunzer)

Die Themen des Besuchs waren die epidemiologische Lage, die Impfkampagne, die erweiterte Teststrategie (repetitives Testen) und die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen in der Pandemiebekämpfung. Bundesrat Berset wurde unter anderem begleitet von Anne Lévy, Direktorin Bundesamt für Gesundheit BAG, und Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG. Von Seiten Kanton Aargau empfingen Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Grossrat Dr. Severin Lüscher, Kantonsärztin Dr. Yvonne Hummel, Andreas Obrecht, Leiter Impfkampagne und PD Dr. Christoph Fux, Chefarzt am Kantonsspital Aarau, die Gäste.

Öffnungsschritte ab 1. März 2021

Der Bundesrat hat gestern Mittwoch, 24. Februar 2021, über das weitere Vorgehen und die konkreten Öffnungsschritte entschieden. (öffnet in einem neuen Fenster) Der Bundesrat beschloss eine schrittweise Öffnung ab dem 1. März 2021. Als Erstes sollen Aktivitäten mit geringem Übertragungsrisiko ermöglicht werden. Wenn es die epidemiologische Lage erlaubt, erfolgt der nächste Öffnungsschritt am 22. März 2021. Vorgängig ist wieder eine Anhörung der Kantone vorgesehen. Der Aargauer Regierungsrat begrüsst den Entscheid des Bundesrats, die Schutzmassnahmen vorsichtig und zeitlich über mehrere Wochen gestaffelt zu lockern. Das Erreichte der letzten Wochen soll nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Der Regierungsrat ist sich bewusst, dass damit Bevölkerung und Wirtschaft weiterhin von einschneidenden Beschränkungen betroffen sind. Er setzt sich deshalb dafür ein, dass besonders stark betroffene Wirtschaftsbereiche, wie zum Beispiel die Gastronomie, mit dem nächsten Lockerungsschritt wieder vollständig öffnen können, wenn es von der epidemiologischen Lage her zu verantworten ist.

Aargauer Impfkampagne

Die kantonale Impfkampagne beruht auf drei Pfeilern: Erstens betreibt der Kanton bisher neun regional verteilte Impfstandorte, die jeweils einem Spital angeschlossen sind. Die Eröffnung des zehnten und letzten Impfstandorts in der Hirslanden Klinik in Aarau ist für März vorgesehen. Zweitens setzt die Impfkampagne auf aktuell zehn mobile Einheiten, die Pflege- und später Betreuungsinstitutionen anfahren und vor Ort versorgen. Damit erreicht die Impfung Personen, die sich nur unter grossen Anstrengungen extern impfen könnten. In der zweiten Welle der Covid-19-Pandemie waren über die Hälfte der Todesfälle in Pflegeheimen zu verzeichnen, was die Bedeutung der mobilen Impfteams unterstreicht. Die Versorgung der 106 Pflegeinstitutionen ist logistisch aufwendig und benötigt mehr Zeit als die Impfung in Impfzentren. Drittens werden frühestens ab Mai 2021, wenn die Kantone grössere Impfstofflieferungen erhalten werden, auch die Hausarztpraxen und Impfapotheken beliefert. Damit soll eine wohnortsnahe Versorgung sowie eine weitere Kapazitätssteigerung sichergestellt werden. Aktuell verfügt der Kanton Aargau über Kapazitäten, um zirka 35'000 Personen pro Woche zu impfen. Aufgrund des begrenzt verfügbaren Impfstoffs finden zurzeit aber nur etwa 9'000 Impfungen pro Woche statt.

Umsetzung erweiterte Teststrategie im Aargau

Neben der Impfkampagne, dem Contact Tracing sowie den Massnahmen zur Reduktion von sozialen Kontakten ist wiederholtes Testen von asymptomatischen Personen ein weiterer wichtiger Pfeiler in der Pandemiebekämpfung. Mindestens 50 Prozent der infizierten Personen sind asymptomatisch. Um vermehrt Ansteckungsketten über asymptomatische Personen zu unterbrechen, müssen diese erkannt werden. Das ist nur mit häufigem und wiederholtem Testen möglich sowie konsequenter Isolation der infizierten Personen. Ziel ist eine möglichst grosse Anzahl Tests bei asymptomatischen Personen. Dabei ist zentral, dass die Testdurchführung einfach erfolgt (einfacher Zugang, selbständige Testmaterialentnahme, autonome Testdurchführung). In einem ersten Schritt soll ein repetitives Testen (einmal pro Woche) in ausgewählten Institutionen durchgeführt werden. Der Bund übernimmt die Kosten für das Testen von Personen ohne Symptome in Schulen oder im Rahmen von Schutzkonzepten, etwa in Pflegeheimen oder am Arbeitsplatz (siehe Faktenblatt Coronavirus – Kostenübernahme der Analyse und der damit verbundenen medizinischen Leistungen [PDF, 23 Seiten, 1 MB, ab 28. Januar 2021, mit redaktionellen Anpassungen 3. Februar 2021, Download öffnet in neuem Fenster]) (öffnet in einem neuen Fenster).

Die ersten Tests im Rahmen des Pilotprojekts sind in ausgewählten Institutionen ab dem 3. März 2021 vorgesehen. Die Pilotphase dauert voraussichtlich vier Wochen mit Durchführung von rund 3'000 bis 4'000 Tests pro Woche. Die Teilnahme am repetitiven Testing ist für alle Personen der beteiligten Institutionen freiwillig.

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