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Ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Auenschutzparks Aargau

Auenregeneration in Sins Reussegg: Medieninformation zum gemeinsamen Projekt von Kanton und Pro Natura Aargau

Der Kanton Aargau und Pro Natura realisieren im Gebiet Reussegger Schachen in Sins seit August 2019 ein neues Auengebiet, das sich über rund 20 Hektare erstrecken wird. "Hier wird das neuste Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Auenschutzparks Aargau geschrieben", sagte Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, heute an der Medieninformation vor Ort. "Durch den Klimawandel und die damit einhergehenden Veränderungen im Wasserhaushalt sei die Wiederherstellung von Feuchtgebieten eine dringende Aufgabe", betonte Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau.

"Es ist beeindruckend, was seit dem Baubeginn vor erst einem Jahr hier alles entstanden ist. Hier wird das neuste Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Auenschutzparks Aargau geschrieben", sagte Regierungsrat Stephan Attiger an der heutigen Medieninformation zur Auenregeneration im Reussegger Schachen. Der Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) erinnerte an den Volksauftrag aus dem Jahr 1993: "Wir sind immer noch der einzige Kanton der Schweiz, der den Auenschutz in der Verfassung verankert hat. Entstanden ist ein schweizweit einzigartiger Auenschutzpark, darauf sind wir stolz!" Der Auenschutz sei aber eine Daueraufgabe, und gerade das laufende Projekt in Sins zeige: "Der Auenschutzpark ist noch nicht fertig gebaut", so Stephan Attiger.

Matthias Betsche, Präsident der Co-Bauherrin Pro Natrura Aargau, nahm diesen Gedanken auf und forderte: "Mindestens ein Prozent der Kantonsfläche soll der Auenschutzpark umfassen. Ich bin kein Minimalist: Wir brauchen mehr davon!" Durch den Klimawandel und die damit einhergehenden Veränderungen im Wasserhaushalt sei die Wiederherstellung von Feuchtgebieten eine dringende Aufgabe. "Der Klimawandel zwingt uns zum Handeln. Feuchtgebiete kühlen lokal das Klima. Im Reussegger Schachen setzen wir ein Zeichen: Hier werden neue Feuchtgebiete geschaffen – für Mensch und Natur", erklärte Matthias Betsche.

Die Hauptelemente der ersten Bauetappe

Das Gebiet im Reussegger Schachen ist für eine Auenregeneration besonders prädestiniert, weil es nicht durch einen Hochwasserdamm vor Überflutungen geschützt ist. Die Gestaltung der neuen Aue ist das grösste Auenschutzprojekt an der Reuss des Kantons Aargau. Seit dem Baubeginn vor rund einem Jahr wurden grosse Flächen umgestaltet, Strassen und Wege verlegt. Die Hauptelemente dieser ersten Bauetappe: die Gestaltung des ersten Teils der neuen Auenlandschaft, der Bau einer neuen Trinkwasserfassung und die Sanierung eines belasteten Standortes.

Um für die neue Auenlandschaft im Reussegger Schachen genügend Platz zu schaffen, müssen zwei alte Trinkwasserfassungen vom Netz genommen und schrittweise zurückgebaut werden: Das Grundwasserpumpwerk Reussegg II bis spätestens 2022, das Grundwasserpumpwerk Reussegg I bis spätestens 2030. Die Trinkwasserfassungen würden ansonsten mitten im Auengebiet stehen und regelmässig überflutet werden. Als Ersatz wird daher eine neue Trinkwasserfassung ausserhalb des Auenperimeters errichtet. Um die erforderliche Qualität des Wassers aus der neuen Fassung sicherzustellen, wurde im Anströmbereich ein belasteter Standort saniert und rekultiviert. Zudem wurden die Schutzzonen rund um die neue Fassung überflutungssicher aufgeschüttet. Die Bauarbeiten rund um die Trinkwasserfassung dauern voraussichtlich noch bis Ende dieses Jahres.

Mit der nun abgeschlossenen ersten Gestaltungsetappe wurde ein auentypisches, sehr diverses Lebensraum-Mosaik geschaffen. Auf einer Fläche von rund 9 Hektaren – das entspricht etwa 14 Fussballfeldern – wechseln sich heute mit der Reuss verbundene Seitenarme, kleinere und grössere Stillgewässer und Altarme sowie wechselfeuchte Lebensräume ab.

Der Uferweg ist aufgrund der Seitenarme nicht mehr durchgängig begehbar und wurde abschnittweise auf den offziellen Wanderweg verlegt. Holzlattenzäune markieren die neue Wegführung. Eine temporäre Aussichtsplattform ermöglicht eine gute Sicht in die Auenlandschaft, ohne diese betreten zu müssen. So können störungsempfindliche und seltene Arten wie etwa der Flussregenpfeifer geschützt werden.

Bauarbeiten gehen 2022 weiter

Nach Abschluss der ersten Etappe des grössten Reuss-Auenschutzprojekts des Kantons Aargau kehrt nun für kurze Zeit Ruhe ein im Reussegger Schachen. Mit dem Start der zweiten Gestaltungsetappe ab dem Jahr 2022 wird die Auenfläche dann nochmals deutlich vergrössert. Mit einem Durchstich zur Reuss werden die bereits erstellten Seitenarme dann durchströmt. Die erwünschte Dynamik wird damit weiter zunehmen. Zukünftig soll sich die Reuss auf rund 20 Hektaren frei entfalten können.

Das Projekt wird neben dem Kanton und Pro Natura durch den Bund sowie über den naturemade star-Fonds von ewz und den Ökofonds von Alpiq finzanziert.

Informationsanalass im Oktober

Der Kanton AG und Pro Natura Aargau organisieren für die Bevölkerung am 24. Oktober 2020 von 8:30 bis 12:30 Uhr einen Projektrundgang. Aufgrund der Corona-Pandemie sind Interessierte gebeten, sich unter info@pronatura-aargau.ch oder unter der Telefonnummer 056 221 09 08 anzumelden.

  1. Verzweigung der Seitenarme
    Verzweigung der Seitenarme
  2. Seitenarm
    Seitenarm
  3. Drohnenaufnahme gegen die Fliessrichtung der Reuss
    Drohnenaufnahme gegen die Fliessrichtung der Reuss
  4. Drohnenaufnahme gegen die Fliessrichtung der Reuss
    Drohnenaufnahme gegen die Fliessrichtung der Reuss
  5. Drohnenaufnahme gegen die Fliessrichtung der Reuss
    Drohnenaufnahme gegen die Fliessrichtung der Reuss
  6. neu gestaltete Seitenarme
    neu gestaltete Seitenarme
  7. verzweigende Seitenarme der neuen Aue
    verzweigende Seitenarme der neuen Aue
  8. verzweigende Seitenarme der neuen Aue
    verzweigende Seitenarme der neuen Aue
  9. Rücklauf
    Rücklauf
  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
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