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Beratung und Unterstützung für COVID-19-Betroffene

Kompetenz- und Koordinationsstelle für das "Contact Tracing" bewährt sich

Der Kantonsärztliche Dienst des Kantons Aargau bietet Personen, die sich neu mit COVID-19 infiziert haben, ein umfassendes Dienstleistungspaket an. Diese Personen werden individuell kontaktiert, beraten und instruiert. Diese Dienstleistung erbringt eine neue Kompetenz- und Koordinationsstelle des Kantonsärztlichen Dienstes, das CONTI.

Die Zahl der neu mit COVID-19 infizierten Personen ist momentan stabil tief. Im Kanton Aargau infizieren sich pro Tag weniger als zehn Menschen. Aus diesem Grund hat der Kantonsärztliche Dienst des Kantons Aargau (KAD) eine neue Dienstleistung lanciert: "Wir wollen die abnehmende Tendenz an neu infizierten Personen rasch und kontrolliert in einen stabilen Trend überführen. Dazu müssen wir die Infektionskette sofort unterbrechen", sagt Kantonsärztin Dr. med. Yvonne Hummel. Neu infizierte Personen müssten früh erkannt und anschliessend umfassend instruiert und begleitet werden. Dafür hat der KAD eine neue Kompetenz- und Koordinationsstelle für das sogenannte "Contact Tracing" aufgebaut, das CONTI. Das Kunstwort CONTI steht für die Kerndienstleistungen des Contact Tracing Centers, nämlich C wie Covid-Verdacht, O wie Orientierungshilfe, N wie Nachforschung, T wie Tests und I wie individuelle Interaktion.

Nahe bei den Sorgen der Bevölkerung

Der KAD hat das CONTI am 11. Mai 2020 gestartet. "Die Erfahrungen der ersten Tage sind gut", bilanziert Hummel. "Die definierten Abläufe bewähren sich, die von uns kontaktierten, neu infizierten Personen kooperieren gut. Sie schätzen das Dienstleistungsangebot von CONTI." Es helfe, sich rasch in der neuen, individuell auch manchmal schwierigen Situation zu orientieren. Jede einzelne mit einem Test bestätigte COVID-19-Infektion wird schon heute dem KAD gemeldet. Diese Meldung geht nun weiter an das CONTI. Um die Infektionskette nachzuvollziehen und zu unterbrechen, geht CONTI auch den engen persönlichen Kontakten der infizierten Personen nach, während diese ansteckend waren. Ansteckend ist eine Person bereits 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome. Als enger Kontakt gelten Personen, welche im gleichen Haushalt wie die infizierte Person leben – Familienmitglieder, Lebens- oder Intimpartner – oder Personen, die sich über eine Zeitdauer von mindestens 15 Minuten und gleichzeitig in kurzer Distanz – unter zwei Meter – zur infizierten Person aufgehalten haben. Die engen Kontaktpersonen müssen sich in Quarantäne begeben. Entwickeln die Kontaktpersonen die typischen COVID-19-Symptome, müssen sie ihren Hausarzt kontaktieren und einen COVID-Test durchführen lassen.

"Wir verstehen dieses Contact Tracing primär als Dienstleistung des Kantons für die Bürgerinnen und Bürger, weniger als Kontrolltätigkeit", betont Hummel. Die Gesellschaft habe ein vitales Interesse daran, die Verbreitung des Virus rasch und nachhaltig unter Kontrolle zu bringen. "Voraussetzung dafür ist aber, dass die Bevölkerung weiterhin aktiv kooperiert. Wir wollen das Risiko einer neuen, unkontrollierten Ansteckungswelle über den gesamten Kanton Aargau minimieren."

Mehrheitlich medizinisches Fachpersonal

CONTI wird dann aktiv, wenn über ein Labor oder einen Leistungserbringer im Gesundheitswesen eine Meldung über eine neu infizierte Person eingeht. CONTI begleitet die betroffenen Menschen zuhause bis feststeht, dass die Symptome nachhaltig abgeklungen sind. "Die Betroffenen werden umfassend informiert und aufgeklärt", betont die Kantonsärztin. Deshalb beschäftigt CONTI mehrheitlich Mitarbeitende mit einer medizinischen Ausbildung. Nur so bleibe die Qualität der Gesamtdienstleistung konstant hoch.

CONTI arbeitet insbesondere mit Mitarbeitenden des KAD, der Lungenliga, und des Zivilschutzes. Anfangs werden rund zehn Personen im Contact Tracing Center arbeiten. Je nach Entwicklung der Epidemie sollen bis zu zwei Dutzend Mitarbeitende die Betroffenen unterstützen. Die Rekrutierung neuer Mitarbeitender ist ein laufender Prozess. Im Fokus stehen dabei beispielsweise auch freiwillige Helferinnen und Helfer und Angehörige der Armee.

Besondere Softwarelösung

Der Informations- und Datenaustausch erfolgt vorwiegend telefonisch. Patientinnen und Patienten und Institutionen des Gesundheitswesens wie Ärzte oder Testlabore können aber auch elektronisch über ein entsprechendes sicheres Webformular ihre Daten eingeben. Die Daten und Informationen über die betreuten Personen speichert CONTI in einer eigens dafür entwickelten Datenbank. Sie ist auf die Bedürfnisse von CONTI und des KAD ausgerichtet. Die Datenbank wurde so konzipiert, um später einen interkantonalen Datenaustausch über eine noch zu definierende Schnittstelle zu ermöglichen. "Wir waren während der gesamten Aufbau- und Entwicklungsphase unseres IT-Systems mit Bund und Kantonen in Kontakt. Eine interkantonale oder gar eine Bundeslösung zu konzipieren war in dieser kurzen Zeit aber nicht möglich."

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