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Coronavirus (COVID-19) – Gesundheitsdirektor beschliesst Massnahmen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit in den Spitälern

Durch verschiedene Massnahmen werden in den Akutspitäler mehr Kapazitäten für COVID-19-Fälle geschaffen

Der Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati hat verschiedene Massnahmen beschlossen, um die Kapazitäten der Akutspitäler und insbesondere bei deren Intensivstationen zu erhöhen und so die Versorgungssicherheit im Fall einer raschen Ausbreitung des Coronavirus im Kanton Aargau sicherzustellen. Die Massnahmen betreffen alle Akteure der gesamten Behandlungskette im Gesundheitswesen: alle müssen einen Beitrag leisten, um die Akutspitäler schnell und effektiv zu entlasten. Der Gesundheitsdirektor hat dazu eine entsprechende Anordnung erlassen, die heute, 20. März 2020 um 16.00 Uhr in Kraft tritt.

Die Coronavirus-Pandemie stellt das Gesundheitssystem vor grosse Herausforderungen. Sollte die Entwicklung der Erkrankungen im Kanton Aargau drastisch steigen und damit auch die Anzahl an Patientinnen und Patienten, die infolge der COVID-19-Infektion einer Behandlung im Spital respektive auf der Intensivstation benötigen, kann dies die Kapazitäten und Ressourcen der Listenspitäler übersteigen.

Am 16. März 2020 hat der Bundesrat die Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus angepasst. Mit Bezug auf die Gesundheitsversorgung bedeutet das einerseits, dass die Kantone private Spitäler und Kliniken verpflichten können, ihre Kapazitäten für die Aufnahme von Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stellen und andererseits, dass Gesundheitseinrichtungen wie Spitäler und Kliniken, Arztpraxen und Zahnarztpraxen auf nicht dringend notwendige medizinische Eingriffe und Therapien verzichten müssen.

Kapazitäten für COVID-19-Patientinnen und Patienten steigern

Spitäler und Klinken sind gemäss Bundesverordnung zudem verpflichtet, in der aktuellen Situation auf sogenannte Wahleingriffe oder weitere aus medizinischer Sicht nicht dringliche und damit verschiebbare Eingriffe und Behandlungen zu verzichten. Es dürfen daher nur chirurgische Eingriffe und Behandlungen vorgenommen werden, die als lebenswichtig angesehen werden. Dies dient in Bezug auf die Spitäler vor allem dem Zweck, zu verhindern, dass für – aus medizinischer Sicht nicht notwendige Eingriffe – Kapazitäten und Ressourcen gebunden werden, die potenziell zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19-Infektion benötigt werden (Personal, Infrastrukturen, Heilmittel und Verbrauchsmaterial). Zum andern soll vermieden werden, dass sich in Spitälern unnötige Menschenansammlungen bilden und sich nur Personen in Spitälern aufhalten, die unmittelbar eine Behandlung benötigen. Ab Montag, 23. März 2020, 06.00 Uhr, dürfen Akutspitäler keine nicht dringend angezeigten medizinischen Eingriffe und Therapien mehr vornehmen.

Derzeit verfügen vier Aargauer Spitäler (Kantonsspital Aarau, Kantonsspital Baden, Hirslanden Klinik und Spital Muri) über eine Intensivstation. Sie müssen nun die Kapazitäten maximal steigern. Dies gilt auch für Akutspitäler mit Intermediate Care Betten.

Neben den Akutspitälern müssen Rehabilitationskliniken und Psychiatrische Kliniken die Aufnahme von elektiven Patientinnen und Patienten einschränken. Es dürfen nur noch Patientinnen und Patienten aufgenommen werden, die dringende stationäre Behandlungen benötigen. Dabei handelt es sich um Patientinnen und Patienten, die weder in einem tagesklinischen Setting noch ambulant therapiert werden können. Zudem sind sowohl Rehabilitationskliniken wie Psychiatrische Kliniken verpflichtet, COVID-19-Patientinnen und Patienten aufzunehmen.

Der Gesundheitsdirektor hat zudem Massnahmen angeordnet zur Verteilung und Triagierung der Patientinnen und Patienten:

  • Alle Akutspitäler mit Leistungsauftrag sind verpflichtet, COVID-19-Patientinnen und Patienten aufzunehmen.
  • Patientinnen und Patienten mit potenzieller oder bestehender Indikation für eine intensivpflichtige Behandlung werden in den vier Akutspitälern mit Intensivstation behandelt. Es sind dies die Kantonspital Aarau AG (KSA), die Kantonsspital Baden AG (KSB), die Klinik Hirslanden Aarau (HKA) und das Spital Muri.
  • Die Spitäler mit bestehenden Intensivstationen müssen die Kapazitäten maximal steigern. Es sollen keine neuen Intensivstationen in anderen Spitälern eröffnet werden.
  • Die Spitäler mit bestehenden Intermediate Care Betten müssen die Kapazitäten maximal steigern.
  • Die Planung der Betten der Intensivstation Region West (KSA und HKA) erfolgt durch das KSA, und die Planung der Betten der Intensivstation Region Ost (KSB und Spital Muri) erfolgt durch das KSB. KSA und KSB dürfen – im Sinne einer Triagierung – den Spitälern ihrer Region leichtere medizinisch notwendige Fälle zuweisen. Zur Region West gehören neben dem KSA: HKA, Spital Zofingen, Asana Spital Menziken, Gesundheitszentrum Rheinfelden. Zur Region Ost gehören neben dem KSB: Spital Muri und Spital Leuggern.
  • Die Akutspitäler mit Intensivstation dürfen nur noch so viele Operationssäle betreiben, wie es für die Sicherstellung der Versorgung braucht. Die frei werdenden personellen Ressourcen (Ärzte, Pflegefachpersonen, Anästhesiepfleger usw.) und die Beatmungsgeräte sollen auf der erweiterten Intensivstation eingesetzt werden.
  • Alle Akutspitäler müssen durch die Verschiebung von nicht dringend angezeigten Behandlungen Ressourcen schaffen für COVID-19-Fälle. Dadurch wird Personal frei zur Pflege und Betreuung von COVID-19-Fällen.
  • Regionalspitäler entlasten die Zentrumsspitäler und Spitäler mit Intensivstation, indem sie die leichteren COVID-19-Fälle behandeln. Rehabilitationskliniken entlasten die Akutspitäler, indem sie Patientinnen und Patienten rasch übernehmen und so dazu beitragen, dass die nötigen Kapazitäten für die Akutversorgung bereitstehen. Sie nehmen Patientinnen und Patienten auch ohne Kostengutsprache auf.

Verpflichtung der Arbeitgeber

Um die Angestellten zu schützen und beispielsweise die Schliessung von Baustellen zu verhindern, sind die Arbeitgeber in der Pflicht, die Empfehlungen des Bundes betreffend Hygiene und Abstandhalten einzuhalten. Die Arbeitgeber sollen hierzu die Anzahl der Personen in Betrieben und Baustelen limitieren sowie die Organisation anpassen.

Aktuelle Lage Kanton Aargau

Im Kanton Aargau wurden bisher 161 Infektionsfälle Coronavirus registriert. Bisher haben einige hundert Betriebe ein Gesuch um Kurzarbeit eingereicht.

Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung

Umfassende Informationen zum neuartigen Coronavirus (COVID-19) sind auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu finden:

www.bag.admin.ch/neues-coronavirus (öffnet in einem neuen Fenster)

Unter anderem die wichtigsten Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung:

  • Bleiben Sie zu Hause, insbesondere wenn Sie alt oder krank sind (es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten; es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen; es sei denn, Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen);
  • Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder einem Desinfektionsmittel;
  • Hände schütteln vermeiden;
  • Husten und Niesen in Wegwerf-Papiertaschentücher oder in die Armbeuge;
  • Kontakt zu Personen meiden mit Husten- und Schnupfen-Symptomen;
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation;
  • Abstand halten.

Das BAG hat eine Telefon-Infoline für Fragen zum Coronavirus eingerichtet:

+41 58 463 00 00, täglich 24 Stunden

Das Informationsbedürfnis ist aktuell sehr gross, es kann zu längeren Wartezeiten kommen.

Notfall- und Beratungstelefon Coronavirus des Aargauischen Ärzteverbands

Der Aargauische Ärzteverband betreibt für medizinische Notfälle beziehungsweise dringende medizinische Fragen in Zusammenhang mit dem Coronavirus, eine Telefonnummer: 0900 401 501. Die Bevölkerung ist gebeten, die Nummer nur in effektiven medizinischen Notfällen zu benutzen beziehungsweise wenn keine Informationen auf den Webseiten der Behörden gefunden werden können.

Die Bevölkerung wird dringend gebeten, keine allgemeinen telefonischen Anfragen an die Notfallnummer 144 zu richten.

Mailadresse für Fragen betreffend den Kanton Aargau

Informationen zum Coronavirus (COVID-19), die den Kanton Aargau betreffen, sind auf der kantonalen Webseite www.ag.ch/coronavirus (öffnet in einem neuen Fenster) zu finden.

Für Fragen rund um das Coronavirus, die den Kanton Aargau betreffen, wurde für die Bevölkerung eine Mailadresse eingerichtet: coronavirus@ag.ch.

  • Regierungsrat
  • Departement Gesundheit und Soziales
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