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"Milizsystem gehört zur DNA der Schweiz – die Armee ist ein Gesamtsystem"

Aargauer Regierung würdigte am 72. Habsburgrapport Verdienste der Offiziere

Die gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Partnern sei ein sicherheitspolitischer Erfolgsfaktor, würdigte Landammann Markus Dieth einen der Hauptaspekte des traditionellen Offiziersempfangs der Aargauer Regierung auf der Habsburg: "Ein regelmässiger Austausch ist sehr wichtig." Korpskommandant Aldo Schellenberg, Stellvertreter des Chefs der Armee und Chef Kommando Operationen, betonte die traditionell guten Beziehungen zwischen dem Kanton Aargau und der Schweizer Armee. Wichtige Themen am Habsburgrapport waren die grossen sicherheitspolitischen Herausforderungen auch für die Schweiz durch das instabile internationale Umfeld.

Armeekader, Vertreterinnen und Vertreter des Departements Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport sowie weitere Gäste trafen sich am 13. Januar 2020 auf Einladung des Aargauer Regierungsrats zum 72. Habsburgrapport im Schloss Habsburg. Mit dem Habsburgrapport würdigt der Regierungsrat seit 1949 die guten Beziehungen zwischen dem Kanton Aargau und der Schweizer Armee.

"Es gehört zu den schönen Traditionen des Kantons Aargau", betonte Landammann Markus Dieth in seiner Ansprache, "dass der Regierungsrat einmal im Jahr diejenigen Offiziere zu einer Berner-Platte einlädt, die dem Kanton Aargau besonders verbunden sind."

Bei seinem kurzen sicherheitspolitischen Rückblick auf die ersten beiden Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts musste der Landammann eine negative Bilanz ziehen: "Sicherheitspolitisch bilden diese zwanzig Jahre eine unfriedliche und instabile Epoche, deren Ende noch nicht absehbar ist." Daraus seien aktuell Konsequenzen zu ziehen: Die anstehende Abstimmung über die Zukunft der Luftwaffe müsse als Chance genutzt werden, der Bevölkerung die sicherheitspolitischen Bedrohungen und Herausforderungen aufzuzeigen. Wehrpflicht und Miliz seien als unverzichtbare Pfeiler der Schweizer Sicherheitsarchitektur zu wahren. Führungsstrukturen und -abläufe für die Krise müssten klar sein und geübt werden; deshalb habe sich der Aargauer Regierungsrat im letzten November vor Ort über die Sicherheitsverbundsübung und die Gesamtnotfallübung 2019 orientieren lassen.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Sicherheitspolitik sei die gute Zusammenarbeit zwischen den Partnern, betonte Landammann Dieth: "Es ist gut, wenn sie sich regelmässig austauschen – wie zum Beispiel heute Abend am Habsburgrapport." Er schloss seine Ansprache mit dem Bekenntnis: "Der Aargau vollzieht seine Aufgaben im Militärwesen bundestreu und leistet damit einen Beitrag ans Funktionieren der Armee."

Korpskommandant Schellenberg: "Der Aargau ist ein sehr militärfreundlicher Kanton"

Korpskommandant Aldo Schellenberg, Chef Kommando Operationen der Schweizer Armee und Stellvertreter des Chefs der Armee, dankte für die vom Kanton der Armee gewährte Unterstützung: "Der Aargau ist ein sehr militärfreundlicher Kanton und die mit der Weiterentwicklung der Armee angestrebte stärkere Verankerung in den Regionen ist hier bereits vollzogen." Korpskommandant Schellenberg verwies in diesem Zusammenhang auf die diversen, für die Armee wichtigen Militärstandorte im Kanton. Er erwähnte auch verschiedene Veranstaltungen im Aargau, die der Armee eine Plattform für Austausch und Kontakte böten. Schellenberg würdigte aber auch die Tatsache, dass alle am Habsburgrapport teilnehmenden Regierungsmitglieder über praktische Diensterfahrungen verfügen würden.

Als Stellvertreter des Chefs der Armee und als Chef des Kommandos Operationen habe er "wenig Grund zur Zuversicht" bei der Analyse des strategischen Umfelds, konstatierte Schellenberg. Die Bedrohungen, mit denen sich auch der neutrale Kleinstadt Schweiz auseinandersetzen müsse, seien mannigfaltig: Rückkehr der Machtpolitik; islamistischer Terrorismus; unberechenbare Machthaber; Klimawandel; Cyberattacken. Die Antwort auf diese Entwicklung sei die konsequente Fortführung der 2018 begonnenen Umsetzung der Weiterentwicklung der Armee, die markante Verbesserungen in den Bereichen Bereitschaft, Kaderausbildung und Ausrüstung bringe. Entscheidend sei jedoch, dass die Schweiz das weltweit einzigartige Milizsystem auch in Zukunft wahren könne: "Das Milizwesen gehört zur DNA der Schweiz."

Der ehemalige Kommandant der Luftwaffe betonte auf der Habsburg die Bedeutung der voraussichtlich im Herbst 2020 stattfindenden eidgenössischen Volksabstimmung über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge. Die Schweiz werde darüber befinden, ob sie weiterhin eine Luftwaffe haben wolle. Diese Frage sei für die künftige Sicherheitspolitik der Schweiz von höchster Relevanz: "Ohne Souveränität im Luftraum, ohne Mittel für die Durchsetzung der Lufthoheit, ohne Schutz vor Einwirkungen aus der Luft sind wir Aggression und Erpressung hilflos ausgeliefert. Die Armee ist ein Gesamtsystem."

Verabschiedung von Divisionär Hans-Peter Walser

Am Habsburgrapport 2020 verabschiedete Militärdirektor Urs Hofmann den Kommandanten der in Aarau stationierten Territorial-Division 2 (Ter Div 2): Hans-Peter Walser wurde auf den 1. Januar 2020 zum neuen Chef Kommando Ausbildung und gleichzeitig zum Korpskommandanten befördert. Er hatte den Verband vier Jahre lang geführt; zuerst als Territorial-Region 2, dann als Territorial-Division 2. Regierungsrat Hofmann würdigte "das offene Wesen und die Freundlichkeit, mit denen der scheidende Kommandant auf die Menschen zugeht". Besonders geschätzt an Walser habe man seine breite Ausbildung sowie die damit verbundenen Kompetenzen und vor allem seine starke Vernetzung: "Hans-Peter Walser war als Kommandant für die Kantone der Territorialregion 2 ein wahrer Glücksfall."

Per 1. Januar 2020 übernahm Divisionär Daniel Keller das Kommando der Territorialdivision 2. "Der Regierungsrat des Kantons Aargau freut sich", erklärte Militärdirektor Hofmann, "mit Divisionär Daniel Keller wiederum einen allseits anerkannten und kompetenten Kommandanten der '2.' zu bekommen." Keller weise auch diverse Aargauer Bezüge auf: Er sei Bürger der Gemeinde Hottwil, heute Mettauertal, und habe in den Jahren 2010–2013 die traditionsreiche "Aargauer" Infanterie Brigade 5 geführt; zuvor sei er von 2005–2007 Stabschef und von 2008–2009 stellvertretender Brigadekommandant gewesen.

Medienbild

  1. Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Regierungsrat Alex Hürzeler; Korpskommandant Hans-Peter Walser, Landammann Markus Dieth, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, Regierungsrat Urs Hofmann und Staatsschreiberin Vincenza Trivigno beim Habsburgrapport
    Habsburgrapport 2020
  • Staatskanzlei
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