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Kanton Aargau unverändert mit AA+ Rating

Die international renommierte Rating-Agentur Standard & Poor's hat das Rating für den Kanton Aargau mit AA+ bestätigt. Trotz des hohen Überschusses im Jahr 2018 geht Standard & Poor's davon aus, dass in den Jahren 2020-2022 kleine Defizite resultieren, da das Jahresergebnis 2018 von hohen ausserordentlichen Erträgen geprägt war. Daher bleibt das Rating stabil und wird vorerst nicht erhöht.

Die allgemeine Haushaltsentwicklung des Kantons Aargau wird von Standard & Poor's positiver als noch letztes Jahr beurteilt. Für 2019 wird ebenfalls ein positives Jahresergebnis erwartet, aber nicht im selben Ausmass wie im Vorjahr. Dennoch werden ab 2020 mit moderaten Defizite gerechnet, da die Prognosen keine positiven Sondereffekte wie beispielsweise die Heimfallverzichtsentschädigung für das Kraftwerk Klingnau 2018 oder eine doppelte Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank berücksichtigen.

Haushaltsanierung noch nicht abgeschlossen

Standard & Poor's erwartet, dass die Haushaltsanierung wie geplant umgesetzt wird. Aufgrund des guten Ergebnisses im 2018 wird jedoch davon ausgegangen, dass der Druck für Ausgabenerhöhungen steigen wird. Auch aus Sicht des Finanzdirektors Markus Dieth ist es daher zentral, "dass die Reformvorhaben der Gesamtsicht Haushaltsanierung umgesetzt werden, damit das strukturelle Defizit vollständig beseitigt werden kann. Wir dürfen unser Ziel nicht aufgrund des sehr guten Abschlusses 2018 aus den Augen verlieren".

Ausblick dank solidem Finanzmanagement stabil

In ihrem Ausblick geht Standard & Poor's von einer stabilen Entwicklung aus. Besonders erwähnt werden das nach wie vor solide und umsichtige Finanzmanagement, das ausgezeichnete Liquiditätsmanagement sowie die starke Wirtschaftsleistung.

Trotzdem beeinflusst nach Auffassung von Standard & Poor's der enge finanzielle Handlungsspielraum die strategischen politischen Entscheide. Unter anderem wird dabei die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform (STAF) erwähnt, welche im Kanton Aargau deutlich weniger weit geht als in anderen Kantonen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die geplanten oder bereits beschlossenen Investitionen der Kantonsspitäler der Verschuldung des Kantons angerechnet werden. Es sei daher wichtig, dass die Kantonsspitäler, die zu hundert Prozent im Besitz des Kantons sind, keine Investitionsprojekte verfolgen, die ihre finanziellen Kapazitäten übersteigen. "Der Regierungsrat ist sich dieser Thematik bewusst und begleitet die Kantonsspitäler in dieser Phase enger", so Finanzdirektor Markus Dieth. Die Verschuldung wird dennoch insgesamt als moderat beurteilt.

Tiefere Zinsen dank Rating

Dank des zweitbesten Ratings von AA+ verfügt der Kanton Aargau weiterhin über eine sehr hohe Schuldnerbonität. Diese ermöglicht dem Kanton, Geld zu tiefen Zinsen aufzunehmen. Bei kurzfristigen Geldaufnahmen können zurzeit Negativzinsen vereinnahmt werden.

"Unser Ziel ist klar: Wir wollen die AAA-Bestnote wieder zurück. Wenn wir den eingeschlagenen Weg der Haushaltsanierung konsequent weitergehen und nachhaltig umsetzen, können wir dieses Ziel erreichen", ist Finanzdirektor Markus Dieth überzeugt.

Standard & Poor's gehört neben Moody's und Fitch zu den wichtigsten internationalen Rating-Agenturen. Durch die Ratings werden international vergleichbare Informationen über Schuldner zur Verfügung gestellt. Diese sind für Kapitalgeber und deren Anlageentscheide von grosser Wichtigkeit.

Von den heute in der Schweiz durch Standard & Poor's direkt bewerteten acht Kantonen weisen drei Kantone (Basel-Stadt, Waadt und Zürich) ein Rating von AAA aus. Die anderen Kantone (BL, GE, SG, SO) verfügen wie der Kanton Aargau über ein AA-Rating.

  • Departement Finanzen und Ressourcen
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