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Zwei neue Mittelschulen für den Aargau

Planungsbericht "Aargauer Mittelschulen: Entwicklungsstrategie 2045" liegt vor

Auf Stufe Mittelschulen steigt die Anzahl der Aargauer Schülerinnen und Schüler bei unveränderter Maturitätsquote gemäss den demografischen Prognosen bis ins Jahr 2045 von heute rund 6'000 auf rund 7'500 an. Gleichzeitig sollen die rund 500 Schülerinnen und Schüler aus dem Fricktal, die heute ein Gymnasium in den Kantonen Basel-Landschaft oder Basel-Stadt besuchen, künftig im Aargau beschult werden. Daher braucht es in den nächsten 25 Jahren Platz für mehr als 100 zusätzliche Abteilungen.

Mit dem Planungsbericht "Aargauer Mittelschulen: Entwicklungsstrategie 2045" unterbreitet der Regierungsrat dem Grossen Rat eine strategische Auslegeordnung, wie er den zusätzlichen Schulraumbedarf bis 2045 decken will und welche weiteren Schritte dazu notwendig sind. Im 3. Quartal 2019 wird der Grosse Rat den Planungsbericht entlang von neun entsprechenden Leitsätzen zur Entwicklungsstrategie beraten. Genehmigt das Parlament diese Eckwerte, können die weiteren Planungsschritte zum Bau von zwei zusätzlichen Mittelschulstandorten im Fricktal und im Grossraum Brugg-Lenzburg in die Wege geleitet werden. Parallel dazu will der Regierungsrat das Ausbaupotenzial an den bestehenden Standorten in Aarau, Baden, Wettingen und Wohlen nutzen. Die Bedarfsplanung geht von einer stabilen Maturitätsquote aus. Zudem bleiben die Ausbildungsgänge an allen Kantonsschulen gleich ausgestaltet. Die regionale Ausrichtung soll für alle Schülerinnen und Schüler eine gute Erreichbarkeit zu den Ausbildungsgängen sicherstellen.

Bildungsangebot für künftige Generationen sichern

Vor fünfzig Jahren wurde letztmals eine umfassende Mittelschulkonzeption erstellt und die heutige Mittelschullandschaft festgelegt. Sie sah die Dezentralisierung der Kantonsschulstandorte vor und führte zum Bau der Kantonsschule Zofingen und zur Umnutzung der ehemaligen Lehrerseminarien in Wohlen, Wettingen und Aarau. Heute ist der Zeitpunkt gekommen, die nötigen Schritte in die Wege zu leiten, damit der Kanton Aargau auch den kommenden Generationen ein vollständiges Bildungsangebot bereitstellen kann.

Genügend Schülerinnen und Schüler für Standort im Fricktal

Auf den Bau der 1968 ebenfalls vorgesehenen Kantonsschule im Fricktal wurde bis heute verzichtet. Der Grossteil der Fricktaler Schülerinnen und Schüler besucht deshalb die Gymnasien in Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Inzwischen reichen die Schülerzahlen aber zur Führung eines eigenen Standorts im Fricktal aus. Gleichzeitig haben die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt den Druck ihres eigenen demografischen Wachstums zu meistern. Eine längerfristige Aufnahme der Fricktaler Mittelschülerinnen und Mittelschüler ist deshalb nicht mehr gegeben. Mit einem neuen Standort im Fricktal können inskünftig alle Aargauer Schülerinnen und Schüler ihre Maturität im eigenen Wohnkanton erlangen.

Überlastung an allen Standorten

Aufgrund des Bevölkerungswachstums der vergangenen Jahre wurde der Raum in den Kantonsschulen stetig knapper. Als Übergangslösung wurden deshalb in den letzten Jahren Anmietungen getätigt und Provisorien bereitgestellt. Trotzdem sind die Aargauer Kantonsschulen aktuell gesamthaft zu 105 Prozent ausgelastet. Die Anzahl Aargauer Schülerinnen und Schüler auf Stufe Mittelschulen wird, bei stabiler Maturitätsquote, gemäss den demografischen Prognosen bis 2045 von heute rund 6'000 um 25 Prozent auf rund 7'500 ansteigen. Damit wächst der Bedarf an zusätzlichen Schulräumen in den nächsten 25 Jahren insgesamt auf über 100 Abteilungen an.

Bedarf auch im Aargauer Mittelland

Selbst mit der Realisierung der Ausbaupotenziale an den bestehenden Schulen in Baden und Wettingen, der Gründung einer Kantonsschule im Fricktal, einem moderaten Zuwachs an der Alten Kantonsschule Aarau sowie einem moderaten Ausbau an der Kantonsschule Wohlen, kann der zu erwartende Schulraumbedarf bei weitem nicht gedeckt werden. Deshalb wird mittelfristig die Gründung einer weiteren Kantonsschule notwendig. Aufgrund der Einzugsgebiete ist diese im Aargauer Mittelland, im Grossraum Brugg-Lenzburg anzusiedeln.

Verschiedene Optionen bei der Standortsuche

Bei der Suche nach geeigneten Standorten werden sowohl im Fricktal wie auch im Aargauer Mittelland verschiedene Optionen geprüft. Das heisst, dass auch die 1975 erfolgte Festlegung von Stein als Standort für die Fricktaler Kantonsschule aufgrund der zwischenzeitlich veränderten Rahmenbedingungen zu überprüfen ist. Die Mittelschulstandorte sind in § 89 Abs. 3 des Schulgesetzes verankert. Entsprechend fallen Ergänzungen oder Anpassungen in die Kompetenz des Grossen Rats. Gemäss Planungsbericht sind die Standortentscheide für 2021 vorgesehen und die nötigen Entscheide zu Projektierungs- und Ausführungskrediten für 2023 (Fricktal) und 2024 (Aargauer Mittelland). Die Eröffnung der Kantonsschule im Fricktal wird per 2028 angestrebt, jene der neuen Kantonsschule im Aargauer Mittelland per 2030.

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