Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurden in verschiedenen Schweizer Städten Kadettenkorps nach französischem Vorbild gegründet. Neben der patriotischen Gesinnung hatten sie zum Ziel, Knaben zwischen ca. 10 und 15 Jahren auf den Militärdienst vorzubereiten und gleichzeitig einen Beitrag zur körperlichen Betätigung der männlichen Jugend zu leisten. Neben militärischen Übungen und Manövern traten die Kadetten bei Festen in feierlichen, bunten Paraden auf, wobei auch das Selbstbewusstsein der Knaben gestärkt werden sollte.
Das Aarauer Kadettenkorps bestand seit 1789 und war somit das älteste im Kanton Aargau. Für die männlichen Bezirksschüler herrschte hier im Gegensatz zu anderen Kantonen ein Kadettenobligatorium. Im Laufe des 20. Jahrhunderts löste jedoch der Turn- und Sport- unterricht die Kadettenübungen nach und nach ab, obwohl er anfänglich als Vorbereitung auf den Waffenunterricht gedacht war (Schulgesetz von 1865). Mit dem Bundesgesetz über Turnen und Sport von 1972 löste der Kanton Aargau seine Kadettenkorps schliesslich auf.
Reglement des Kadettenkorps der Stadt Aarau 1837
Turnübung des Remiger Lehrers Heinrich Fuchs
Literatur Wälty, Peter J., Lasst uns mit den Waffen scherzen! Militärische Jugenderziehung als nationalpädagogisches Konzept des aufgeklärten Patriotismus der Eidgenossenschaft. Betrachtet am Beispiel des Aarauer Kadettenkorps während der Jahre 1789 bis 1853. Unveröff. Lizentiatsarbeit Universität Zürich 1995. Zschokke, Rolf. 150 Jahre Aarauer Kadetten, 1789-1939. Aarau 1939. Schmidt, G.. Beiträge zur Geschichte des Kadettenkorps Aarau. Aarau 1889.
Lager der Kadetten beim Jugendfest in Aarau 1833 StAAG GS/00009-3