Aus dem Leben eines Seminaristen: Johann Meyer (1823-1884)


Johann Meyer (1823-1884) aus Holderbank besuchte unter der Leitung des Direktors Augustin Keller von 1849 bis 1852 das Lehrerseminar Wettingen. Nach seiner Ausbildung war er als Lehrer in Suhr tätig. Während seiner gesamten Seminarzeit führte Meier ein Tagebuch, in welches er sorgfältig alle wichtigen Ereignisse eintrug. Seine Aufzeichnungen erlauben daher einen wertvollen Einblick in den Alltag am Lehrerseminar in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seine Erzählungen umfassen nicht nur Aspekte wie Aufnahmeverfahren, Unterricht und Prüfungen, sondern veranschaulichen auch lebhaft die Tagesordnung am Seminar, gemeinsame Ausflüge und Feiern. Zur Sprache kommen aber auch Disziplinarfälle, Krankheit und Todesfälle.

Meyer hält zudem eine Rede des von ihm bewunderten Seminardirektors fest. Dies verdeutlicht, welche charismatische Ausstrahlung Augustin Keller für die Seminaristen hatte: «[…] den 21. April [1852] am Schlusse der Prüfung hielt Herr Direktor die Schlussrede. Vergiss ihn nicht: Gott. Vergiss es nicht: das Vaterland, u. das Seminar. Vergiss sie nicht: die Aeltern, Geschwister u. der Lehrer. Vergiss dich nicht: deine Pflicht, deine Rechtschaffenheit, deinen Beruf […].»


3-4-1t.pdf (847.69 KB) Erinnerungen an den Eintritt ins Seminar 1849

Literatur
Brian Sarah, Steigmeier Andreas. «Der Lehrer sei arm, aber brav». Eine kleine Geschichte der aargauischen Lehrerschaft am Beispiel ihrer Kantonalkonferenz. Baden 2000.


 
Lehrerseminar im ehemaligen Kloster Wettingen um 1870
Lehrerseminar im ehemaligen Kloster Wettingen um 1870
StAAG GS/01419-1

Allgemeines

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