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Neben der Gründung von Institutionen investierten Privatpersonen viel Zeit und Geld in den Aufbau und die Entwicklung des Schulwesens: durch das Verfassen von schulpolitischen oder pädagogischen Schriften oder Empfehlungen, im täglichen Unterricht oder durch die Wahrnehmung von politischen Mandaten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren viele Stellen im Schulwesen wie die Inspektoren oder die Bezirksschulräte unbezahlt. Dieses Kapitel stellt einige Personen vor, die das Aargauer Schulwesen mitgeprägt haben. Josephine Stadlin, Elisabeth Flühmann und Lisette Ruepp stehen stellvertretend für die zahlreichen Frauen, die sich politisch und pädagogisch für den Unterricht und die Ausbildung von Frauen und Mädchen eingesetzt haben. In Aarau gab Heinrich Zschokke den Anstoss für die Gründung einer Taubstummenanstalt. Augustin Keller lag als Seminardirektor in Wettingen die Förderung der Didaktik und die Ausbildung von neuen und die Weiterbildung von bisherigen Lehrern sehr am Herzen. Sein Nachfolger als Seminardirektor, der 1923 gewählte Arthur Frey, beschäftigte sich wie Keller intensiv mit didaktischen Fragen. Personen wie Zschokke und Keller wirkten aber nicht nur als Pädagogen. Als Publizist resp. als Politiker nutzten sie ihren Einfluss, um die Schullandschaft nach ihren Vorstellungen mit zu gestalten. So brachte der 1835 in den Grossen Rat gewählte Augustin Keller sein pädagogisches Fachwissen in die Beratung des Schulgesetzes vom 8. April 1835 ein. Menschen beeinflussten das Schulwesen jedoch nicht nur als Gründer von Anstalten oder als Politiker. Die pädagogischen Schriften von Heinrich Pestalozzi über die Elementarschule und seine landwirtschaftliche Armenschule wie auch "Das Goldmacherdorf" von Heinrich Zschokke fanden grosse Beachtung. Pestalozzis Ideen beeinflussten nicht zuletzt den Aufbau von Institutionen.
Pestalozzi-Denkmal in Birr um 1845
StAAG GS/00389-2 |