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Suchen und Finden
Suchende, wissen die Weisen, sind wir alle. Ein Leben lang. Doch wonach suchen wir eigentlich? Nach geistigen Werten, Sinn, Erfüllung, Lust. Sicher nach Anerkennung und Liebe, nach der Heilung unserer alten Wunden. Auch materielle Werte sind dem Suchenden wichtig. Sie bieten Moderaten Freiräume, Unersättlichen aber Gefangenschaft und inneres Elend und, wie sich zurzeit weltweit zeigt, Elend auch anderen. In allen Lebenslagen ein Ei des Kolumbus, eine gute Lösung, zu finden, ist das Streben der Klugen. So lauten die Fragen zum Bonmot «Wer sucht, der findet»: Wonach wird gesucht? Und was wird schliesslich gefunden? Und dann sind da die Andern, die uns brauchen, und die wir brauchen. Sie helfen uns herauszufinden, wer wir selber sind. Mit ihnen suchen wir, gestalten wir solidarisch die Welt. Wir drehen unsere Kreise und versuchen ein Werk. Erst darin können wir uns finden. Nicht Glück und Erfüllung sind das Ziel, sondern derWeg dazu. Aber es gibt keinen gemachten Weg, jeder Weg entsteht erst im Gehen. In der Logik des «im Nachhinein» fügt sich dann alles schön zusammen: Die scharf blickenden Eulen der Philosophen fliegen erst am Ende des Tags, bei einbrechender Dunkelheit, aus. Schliesslich rennen wir alle dem Tod hinterher, diesem grossen Skandal. Ob wir es je finden, das erfüllende Etwas? Suchen wir weiter, lächelnd. «Se hace el camino al andar.»
Bruno Biberstein Generalsekretär BKS
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