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Die Gründersage der Lenzburg

Der Kampf mit dem Drachen
In grauer Vorzeit verwüstete ein böser Drache die Felder und Häuser der Lenzburger Bauern. Er hauste in einer tiefen Höhle im felsgekrönten Hügel und bedrohte die Menschen täglich an Leib und Leben. Eines Tages er-
schienen zwei strahlende Ritter. Die beiden Brüder hiessen Bertram und Guntram. Die geplagten Bauern flehten die kampferprobten Recken kniefällig an, sie möchten sie doch von dem gefährlichen Ungeheuer befreien. Die Ritter versprachen den Landleuten, den Kampf aufzunehmen. Eines frühen Morgens gürteten sie das Schwert um, schwangen sich aufs Pferd, ergriffen die Lanzen und zogen den dunstverhangenen Hügel hinan. Der Drache konnte sie nicht sehen, aber er roch sofort das warme Menschenfleisch. Mit den krallenbewehrten, ausgebreiteten Flügeln erwartete er die Ritter vor seiner Höhle. Kaum tauchten sie auf, stürzte er sich schnaubend auf Bertram, den jüngeren der Brüder und frass ihn auf. Guntram senkte die Lanze und zielte auf den Körper des Ungeheuers. Die Lanze zerbrach an den harten Schuppen. Mit gezücktem Schwert hieb er auf das Haupt und blitzgeschwind stiess er ihm die blanke Waffe in den Hals. Der Drache rollte todeswund röchelnd auf die Seite und spie den unversehrt gebliebenen Bruder wieder aus. Dankbar empfingen die Bauern ihre Befreier, erkoren sie zu Grafen von Lenzburg und erlaubten ihnen, auf dem Drachenfelsen eine Burg zu bauen. 

Soweit die Gründungssage der Lenzburg. Es handelt sich um eine Wandersage, die in verschiedenen Varianten auch an anderen Orten erzählt wird.

Auf dem Nordgiebel der Landvogtei ist ein bemalter, zum Teil vergoldeter Drache montiert, der an die heroische Tat erinnert. Erste Nachrichten von dieser Metallplastik gibt das Venner-Manual von 1594. Damals wurde der Drache erneuert und musste auch später immer wieder ersetzt werden.

Fauchi – das Drachenkind
Das Museum erweiterte die Wandersage mit der Geschichte, dass die Drachenmutter im Todeskampf unbemerkt noch ein Ei gelegt habe, dieses unbemerkt den Hang hinabgekullert und irgendwo im Gestrüpp hängen geblieben sei. Dieses Ei wurde dann unter Jahrhunderte altem Schutt ausgegraben und genau nach drei Jahren, neun Monaten und fünf Tagen schlüpfte ein prächtiges Junges. Nach einer Angewöhnungszeit an Menschen erhielt es einen artgerechten Käfig, wurde mit moderner Technik ausgestattet und auf "Fauchi" getauft. Seither freut es sich über grosse und kleine Museumsbesucherinnen und Museumsbesucher. Es ist weder bösartig noch bissig. Einzig sein urtümliches Aussehen und seine rauen Laute künden von den wilden Ahnen. Auch diese zeitgenössische Geschichte wird in verschiedenen Fassungen erzählt!


 
Fauchis Mutter
Fauchis Mutter

 
Fauchi
Fauchi - das Drachenkind

 
Kindermuseum

 
Basteln

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