Auf Schloss Lenzburg haben im Laufe der Jahrhunderte viele Menschen gewohnt, gelebt und gearbeitet. Aus der Zeit der Berner Landvögte führt das Wohnmuseum vom Spätmittelalter über Renaissance und Barock bis zum Wohnstil, den die privaten Schlossbesitzer um 1900 pflegten. Einige der besonderen Stücke des Mobiliars und der sonstigen Ausstattung stammen aus dem Kanton Aargau, während andere aus verschiedenen europäischen Ländern nach Lenzburg gefunden haben.
Wohnen im Spätmittelalter
Der Eingangsraum ist als Repräsentationsraum gestaltet. Eine Ess-Stube mit einem aus Lehm rekonstruierten Gupfofen sowie eine zweite Kammer vermitteln die einfachen Wohnverhältnisse und sparsame Möbilierung des Spätmittelalters. Die Küche mit Gewölbe ist immer noch funktionstüchtig und enthält die damals üblichen Gerätschaften.
Wohnen in Renaissance und Barock
Rechts vom Eingangsraum findet man eine "Landvogtstube", ausgestattet mit Spätrenaissance-Mobiliar und einem Winterthurer Ofen (1675-1680) von Hans III. Graf. Der gegenüber liegende Raum enthält eine zum alten Baubestand gehörende, spätgotische Bälkchendecke (1520). Die Möbilierung entspricht einer barocken Wohnsituation. Im selben Raum haben die Leute damals gegessen, geschlafen, gelesen, geschrieben und die Kinder aufgezogen. Der grosse Kamin (1560/80) war sowohl Wärmequelle wie Kochstelle. Die Küche ist mit rekonstruierten Feuerstellen und Original-Gerätschaften aus dem 17. und 18. Jahrhundert ausgerüstet.
Wohnen im 18. und 19. Jahrhundert
Über den Vorraum betritt man den Salon, der mit einer handbemalten, rundum laufenden Leinwandbespannung dekoriert ist. Die Tapete zeigt in locker gemalter Manier Veduten, Blumenmuster, Trophäen (um 1770/80). Dekors gleicher Art finden sich am blau-weiss bemalten Kachelofen von 1775. Die gegenüber liegenden Räume hatte im ausgehenden 19. Jahrhundert der damalige Besitzer A. Jessup eingerichtet. Grosse Teile des Mobiliars (Originale und Kopien) sind beibehalten worden.