Lehrplan

Leitideen für die Volksschule

Die gesetzliche Grundlage bildet § 10 des Schulgesetzes vom 17. März 1981.

Aufgaben der Volksschule

Die Schule unterstützt die Kinder und Jugendlichen in ihrer geistigen, emotionalen, sozialen und motorischen Entwicklung und vermittelt ihnen eine breite Allgemeinbildung. Sie leistet einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und zu einer aktiven und erfüllten Lebensgestaltung der Schülerinnen und Schüler.

Die Primarschule macht die Kinder mit den Anforderungen der Schule und der Gesellschaft vertraut. Sie vermittelt grundlegende Kulturtechniken und gültige Ausdrucksformen für selbstständiges Denken und Handeln.

Der Unterricht in der Oberstufe baut auf der Primarschule auf. In der Oberstufe erwerben sich die Schülerinnen und Schüler eine vertiefte Allgemeinbildung, die es ihnen ermöglicht, sich in allen wesentlichen Bereichen der Gesellschaft zurechtzufinden, wichtige Entwicklungen des Zeitgeschehens zu verstehen und aktiv am öffentlichen Leben teilzunehmen.


Beitrag zur Persönlichkeitsbildung

In einer zunehmend komplexer werdenden Welt, in der Kinder und Jugendliche mit vielfältigen Entscheidungssituationen, Ansprüchen und Möglichkeiten konfrontiert werden, trägt die Volksschule dazu bei, dass sie ihr gegenwärtiges und späteres Leben aktiv und erfüllt gestalten können.

Die Volksschule soll beiden Geschlechtern ein Leben und Lernen ohne Benachteiligung ermöglichen, die Interessen von Mädchen und Knaben berücksichtigen und sie hinführen zu einem gleichberechtigten Zusammenleben.

Die Eltern tragen die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder und pflegen Kontakt zur Schule. Die Schule erfüllt ihren Erziehungsund Bildungsauftrag in enger Zusammenarbeit mit dem Elternhaus. Sie unterstützt die Eltern in ihrem Erziehungsauftrag. Die gemeinsame Verantwortung setzt gegenseitiges Vertrauen voraus. Dies macht regelmässige Kontakte nötig. Die Lehrpersonen orientieren die Eltern über Leistungsänderungen und Verhaltensentwicklung ihrer Kinder.

Persönlichkeitsbildend wirkt die Schule, indem die Lehrpersonen im Unterricht vor allem die folgenden Fähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler fördern:

  • Die Fähigkeit, die sich stellenden Lebensaufgaben mit Mut und Zuversicht anzugehen und zu bewältigen.
  • Die Fähigkeit, die eigene Person und die eigenen Gefühle zu akzeptieren.
  • Die Fähigkeit, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, sich für das als gut Erkannte einzusetzen und sich dem negativ Beurteilten zu widersetzen.
  • Die Fähigkeit, sich und andere zu verstehen, mit andern Menschen wirkungsvoll zusammenzuarbeiten, sich andern mitzuteilen, gegenüber Andersdenkenden und Benachteiligten Toleranz zu üben und Benachteiligten zu helfen.
  • Die Fähigkeit, mit der natürlichen und kulturellen Umwelt sinnvoll und verantwortungsbewusst umzugehen.
  • Die Fähigkeit, in seiner eigenen Umwelt schöpferisch und gestaltend tätig zu werden und Neuem offen zu begegnen.
  • Die Fähigkeit, Meinungen und Urteile kritisch zu prüfen und dazu
    eigene Wertungen zu entwickeln.
  • Die Fähigkeit, selbstständig und kritisch zu lernen und sich dabei Erkenntnisse zu erwerben, die für die Lösung der im menschlichen Leben auftauchenden Probleme bedeutsam sind.


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Vermittlung der Grundausbildung

Die Schülerinnen und Schüler stehen in einem Netz von Beziehungen zu ihrer natürlichen und kulturellen Mitwelt. Die Schule hat die Aufgabe,die Erfahrungen und Erlebnisse, die das Leben zufällig und ungeordnet darbietet, aufzunehmen und daraus Begriffe und Ordnungen zu entwickeln, die es Schülerinnen und Schülern erlauben, ihre Welt besser zu verstehen und verantwortlicher zu handeln.

In den folgenden Lebensbereichen vermittelt die Volksschule Grundkenntnisse,-fähigkeiten und -fertigkeiten. Die genannten Lebensbereiche finden als Lernbereiche Eingang in den Unterricht.

Lebensbereiche

Lernbereiche
Mit den Grundbedürfnissen des Alltags leben

Sich ernähren, wohnen, arbeiten, sich kleiden, sich versorgen

Mit dem eigenen Selbst, den körperlichen und seelischen Anlagen und Kräften, seinen Ausdrucksmöglichkeiten leben Sich pflegen, zur Gesundheit Sorge tragen, seine Anlagen und Kräfte gebrauchen, sich schöpferisch betätigen
In der Familie, in Gruppen, in der Öffentlichkeit, in der Demokratie, mit anderen Generationen leben Sich andern mitteilen, mit andern zusammenarbeiten, eigene Interessen zugunsten des Gemeinwohls zurückstellen
Mit der Natur, mit den Tieren und Pflanzen leben Die natürliche Umwelt kennen, sachgerecht mit ihr umgehen können und sie respektieren lernen
Mit der Kultur, mit der Geschichtlichkeit leben Die kulturelle umgebung kennen, Werte verstehen und unterscheiden lernen, die Vergangenheit zum besseren Verständnis der Gegenwart kennen, Lösungen für die Zukunft suchen
Mit den Massenmedien Sich informieren, sich unterhalten, Informationen kritisch auswählen und verarbeiten
Mit der Wissenschaft, mit der Technik, mit den Informations- und Kommunikationstechnologien leben Problemlösungsmuster kennen und Probleme lösen, mit Informationen umgehen (auswählen , verarbeiten, darstellen), mit der Technik und ihren Mitteln verantwortungsbewusst umgehen und ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen
In und mit der Schule leben Lernen als aktives Verarbeiten von Erfahrungen
Mit der Freizeit leben Seine Lebensmöglichkeiten erweitern, sich erholen
In der Welt der Arbeit, der Industrie, der Wirtschaft leben Sich in der Arbeitswelt orientieren, sich begründet für eine bestimmte Arbeit entscheiden
In der einen Welt mit andern Kulturen und Sprachen leben Sich in fremden Sprachen verständigen können. Die eigenen Kulturerfahrungen relativieren, Differenzen aushalten, unterschiedliche Werte und Normen als gleichwertig akzeptieren
Mit der Pluralität, mit dem Wandel der Werte und Normen leben Seinen Standort in der Welt kennen lernen
Mit der Transzendenz leben Glaubenswerte kennen lernen, spüren, dass sich die Welt nicht allein rational verstehen lässt



Allgemeines

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