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SonderausstellungenFiona TanRise and Fall30. Januar bis 18. April 2010 Fiona Tan ist eine sensible und analytische Zeugin ihrer Zeit. Mit ihrem Beitrag für den holländischen Pavillon an der Biennale in Venedig 2009 hat sie für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Die Ausstellung Rise and Fall im Aargauer Kunsthaus bietet nun einen ersten umfassenden Einblick in das Schaffen der Künstlerin in der Schweiz. Die gross angelegte Schau vereint Fiona Tans neuste Foto- und Videoarbeiten, ergänzt durch eine Auswahl von Zeichnungen. Geboren in Indonesien, aufgewachsen in Australien, lebt die Künstlerin seit gut 20 Jahren in Holland. Als Grenzgängerin zwischen Ost und West begibt sie sich im Dokumentarfilm May You Live in Interesting Times (1997) auf die Spurensuche nach den eigenen Wurzeln. Die Beschäftigung mit Erinnerung und Geschichte stellt prägende Elemente in ihrer Arbeit dar. Die neueren fotografischen und filmischen Werke, wie Rise and Fall (2009), Provenance (2008) oder A Lapse of Memory (2007) kreisen ebenso um Fragen der Identität und Zugehörigkeit wie um Erinnern und Vergessen. In ihrer Videoprojektion Rise and Fall geht die Künstlerin dem Blick in die Vergangenheit und der Beziehung zu Bildern nach, die wir im Innern mit uns mittragen. Fiona Tan geht es in ihren filmischen und fotografischen Werken immer um das Bild eines Individuums und wie dieses sich zur eigenen Umwelt und somit zur Welt verhält. Festgehalten in faszinierenden, fliessenden Bildern schafft Fiona Tan berührende Porträts von Menschen und verbindet auf subtile Weise persönliche Empfindungen mit dem gesellschaftlichen und kulturellen Kontext. Die Ausstellung Rise and Fall entstand in Kooperation mit der Vancouver Art Gallery. Nach der Präsentation im Aargauer Kunsthaus wird sie in der Vancouver Art Gallery in Vancouver, in der Arthur M. Sackler Gallery in Washington D.C. und in der Galerie de l’UQAM in Montréal zu sehen sein. Begleitprogramm siehe Flyer oder Veranstaltungen Hugo SuterFotografien 1969-200930. Januar bis 18. April 2010 Das vielfältige Schaffen des 1943 in Aarau geborenen Künstlers ist durch zahlreiche Ausstellungen in Museen und Galerien bekannt geworden. Unter dem Begriff «Mentalität Zeichnung» wurde Hugo Suters forschende Bildsuche in den 1970er Jahren präsentiert. Seine kontinuierliche Beschäftigung mit dem (Hallwiler)See – an dem er seit über dreissig Jahren lebt – und mit Glas hat breite Anerkennung gefunden. Überraschend ist, dass sich neben unterschiedlichster Medien und Verfahrensweisen die Fotografie wie ein roter Faden durch sein ganzes Werk zieht. Die Kamera dient Hugo Suter aber nicht als Mittel der Bilderzeugung, sondern als Arbeitsinstrument bei seiner unablässigen Wahrnehmungsforschung. In den kleinformatigen, tagebuchartigen Bildern hält er oft erstmals fest, was ihn später in grösseren Werken beschäftigt. Die Ausstellung beleuchtet den Stellenwert der Fotografie in seinem Schaffen und fokussiert damit einen bislang wenig beachteten Aspekt von Hugo Suters Kunst. Begleitprogramm siehe Flyer oder Veranstaltungen Abstraktionen IIUngegenständliche Tendenzen aus der Sammlung30. Januar bis 1. August 2010 Das Aargauer Kunsthaus konnte in den vergangenen Jahrzehnten die Sammlung konstruktiver, konkreter und radikaler Kunst durch Ankäufe und grosszügige Schenkungen ausbauen. Der reiche Fundus erlaubt es, die Werke in immer neue Dialoge zu setzen. Im Zentrum der neuen Präsentation steht die Frage nach der bildnerischen Form zwischen festem Gefüge und freiem Fluss, zwischen strenger Ordnung und zufälligen Momenten, zwischen Ruhe und Bewegung. Ausgangspunkt bilden Werke der klassischen Moderne von Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp und Hans Richter. Auch aus dem Umfeld der konkreten Kunst werden Werke gezeigt – von Richard Paul Lohse, Verena Loewensberg bis Friedrich Glarner. Die informelle Malerei in der Ausstellung stellt der geometrischen Form die Geste, der Konstruktion die Bewegung und dem kontrollierten Farbauftrag den Farbfluss gegenüber. Darüber hinaus sind Werke zu sehen – von Walter Linck bis Jean Tinguely –, in denen die Bewegung als treibender Motor in die Kunst einfliesst. Von hier aus spannt sich der Bogen bis in die Gegenwart, in der das Feld der Möglichkeiten, gegebene bildnerische Ordnungen ausser Kraft zu setzen, grenzenlos scheint. Zur Ausstellung gehört auch das Zimmer von Beat Zoderer, das als temporäres Geschenk der Kulturwegstiftung Baden-Wettingen-Neuenhof zum Jubiläum des Aargauer Kunsthauses nach Aarau transportiert wird und im Rathausgarten Aufstellung findet. Begleitprogramm siehe Flyer oder Veranstaltungen CARAVAN 1/2010: Nathalie BissigAusstellungsreihe für junge Kunst30. Januar bis 18. April 2010 Nathalie Bissigs künstlerisches Schaffen findet Ausdruck in der Zeichnung wie auch in der Fotografie; in früheren Ausstellungen kombinierte sie die beiden Medien teils auch miteinander. Zeichnend drückt sie das aus, was sich fotografisch nicht abbilden lässt. Der Fotografie hingegen, als ein konkretes Abbild der Aussenwelt, setzt sie mit ihren Zeichnungen flüchtige Bilder einer inneren Welt gegenüber. Fasziniert von den Berglandschaften Caspar Wolfs (1735-1783) und den phantastischen Figurenbildern Johann Heinrich Füsslis (1741-1825) hat sich die Künstlerin für die CARAVAN-Ausstellung entschieden, ihre Zeichnungen für einmal nicht mit eigenen Fotografien sondern mit älteren Werken aus der Sammlun des Aargauer Kunsthauses in einen Dialog zu setzen. Begleitprogramm siehe Karte oder Veranstaltungen Ugo RondinoneDie Nacht aus Blei13. Mai bis 1. August 2010 Ugo Rondinone (*1963) zählt zu den national und international bekanntesten zeitgenössischen Schweizer Kunstschaffenden. Während Institutionen weltweit ihm wiederholt grosse Ausstellungen gewidmet haben, war hierzulande schon seit elf Jahren keine Einzelschau mehr zu sehen. Die gross angelegte Ausstellung Ugo Rondinone – Die Nacht aus Blei im Aargauer Kunsthaus schliesst nun diese Lücke und zeigt eine umfassende Auswahl von Werken aus den letzten Jahren sowie einige aktuelle Arbeiten. Der in New York lebende Künstler arbeitet mit verschiedenen Medien – Skulptur, Malerei, Klang- und Rauminstallation, Collage – wobei Poesie sein ganzes Schaffen durchdringt. In der Ausstellung in Aarau präsentiert er seine Werke nicht isoliert, sondern als räumliche Gesamtbilder, als atmosphärische Bühnenbilder und verführerische Universen. Der im Ausstellungstitel zitierte Roman Die Nacht aus Blei von Hans Henny Jahnn dient ihm als Inspirationsquelle. Das Buch erzählt von einem Mann, der in einer «bleiernen» Winternacht durch eine Stadt irrt und dabei seinem jüngeren Ich begegnet. Psychologische und metaphysische Ebenen überlagern sich, die Trennung von Vergangenheit und Gegenwart wird aufgehoben. Angelehnt an die Erzählung oszillieren Ugo Rondinones beeindruckende Installationen zwischen traumähnlichen Landschaften und realen Räumen. Im Aargauer Kunsthaus verwandelt der Künstler die Ausstellungsräume zweier Etagen zu einem bühnenartigen Gesamtensemble, in dem alles möglich scheint. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León, Spanien, und mit der freundlichen Unterstützung der Galerie Eva Presenhuber, Zürich. Vernissage: Mittwoch, 12. Mai 2010, 18 Uhr Begleitprogramm siehe Veranstaltungen > Jahresprogramm 2010 > Zu den Medien und zum Bildmaterial
Fiona Tan
Rise and Fall, 2009 (production still) two-channel video installation Courtesy of the artist and Frith Street Gallery, London © Fiona Tan
Hugo Suter
Die leichten Verschiebungen beim Abstellen des Glases, 2008 Papiervergrösserung s/w 22 x 18 cm ©Hugo Suter
Verena Loewensberg
Ohne Titel, 1957 Öl auf Leinwand 77 x 77 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau ©Nachlass Loewensberg-Coray, Zürich
Nathalie Bissig
Ohne Titel, 2010 Öl auf Papier 40 x 30 cm Courtesy die Künstlerin ©Nathalie Bissig
Ugo Rondinone
still.life. (johns fireplace), 2008 Bronzeguss, Farbe 355.6 x 238.8 x 83.8 Courtesy Galerie Eva Presenhuber, Zürich ©the artist |