Aargauer Kantonsbibliothek

Sammlung Zurlauben

Geschichte
Aktensammlung Zurlauben
Editionsprojekt Zurlaubiana
Die Zurlaubiana im Netz
Materialien online
Editionsteam


Mit der Sammlung Zurlauben, kurz "Zurlaubiana" genannt, besitzt die Aargauer Kantonsbibliothek einen kulturhistorischen Nachlass von internationalem Rang. Die Sammlung besteht aus einer rund 8'000 Titel umfassenden Privatbibliothek und einer Sammlung von über 50'000 historischen Akten aus dem Besitz der Zuger Familie Zurlauben, die eine einzigartige Quellensammlung zur Geschichte der frühen Neuzeit darstellen. Im Editionsprojekt Zurlaubiana wird ein Teil davon ediert.

Geschichte

Beat Zurlauben
Die Familie Zurlauben verfügte im 16., 17. und
18. Jahrhundert über grossen politischen und
gesellschaftlichen Einfluss im Kanton Zug.
Die bis heute erhaltene Sammlung geht vor
allem auf den letzten männlichen Nachkommen
der Familie zurück: Generalleutnant Beat Fidel
Zurlauben (1720-1799).
Neben seiner Karriere als Offizier in französischen Diensten betätigte sich Beat Fidel Zurlauben als Historiker, militärwissenschaftlicher Schriftsteller und emsiger Sammler von Büchern und Akten aller Art.

Auf Grund einer drastischen Kürzung seiner französischen Pension verkaufte Beat Fidel Zurlauben seine wertvolle Bibliothek im Jahr 1795 an das Kloster St. Blasien im Schwarzwald. Der neue Besitzer liess die Bücher aber vorerst in Zug. Als Beat Fidel Zurlauben 1799 starb, wurde die frisch eingesetzte Helvetische Regierung auf die umfangreiche Bibliothek aufmerksam. Mit der Begründung, dass diese für die vaterländische Geschichte wichtige Sammlung nicht ins Ausland abgehen dürfe, beschlagnahmte der Bildungsminister Philipp Albert Stapfer die ehemalige Bibliothek Zurlaubens. Das Kloster St. Blasien musste sich mit einer finanziellen Entschädigung zufrieden geben. 1803 wurde die Sammlung nach Aarau gebracht, wo man sie zur Grundlage einer Schweizer Nationalbibliothek machen wollte.
 
Nach dem Ende der Helvetischen Republik im Jahr 1803 kaufte der Kanton Aargau die Sammlung Zurlauben. Mit der "Zurlaubiana" als Grundstock beginnt die Geschichte der Kantonsbibliothek.


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Die Aktensammlung Zurlauben

Zurlauben-Akte
Die Aktensammlung Zurlauben besteht aus rund
350 Sammelbänden mit insgesamt etwa 50'000
handschriftlichen Einzeldokumenten. Die in der
‚Zurlaubiana’ erhaltenen Dokumente entstammen
einerseits dem Archiv der Familie Zurlauben, die über
mehrere Generationen wichtige öffentliche Ämter
innehatte. So stellten die Zurlauben mehrere Zuger Ammänner, Offiziere im Villmergerkrieg, Äbte in Muri sowie Landschreiber und Landvögte in verschiedenen gemeinen Herrschaften, insbesondere in den Freien Ämtern. Andererseits entstammt ein Teil der Akten der publizistischen und wissenschaftlichen Tätigkeit Beat Fidel Zurlaubens, im Rahmen derer er sich mit der Schweizer Geschichte, der Schweizer Adelsgeschichte und dem Söldnerwesen beschäftigte. Die Aktensammlung stellt also eine Mischung zwischen Familienarchiv und wissenschaftlichem Nachlass dar.

 
Zurlauben-Dokument
Dokument aus der Zurlaubensammlung


Das Besondere an der "Zurlaubiana" ist, dass Beat Fidel Zurlauben nicht nur offensichtlich wichtige Akten, wie Urkunden oder Verträge, sondern auch auf den ersten Blick Unwichtiges wie Rechnungen und Notizen aufbewahrt hat. Die Spannweite reicht von simplen Neujahrswünschen und Privatbriefen bis zur Korrespondenz mit dem französischen Botschafter oder dem päpstlichen Nuntius, vom Notizzettel bis zum offiziellen Aktenstück, von der militärischen Mannschaftsliste bis zur Urkunde und zum Gerichtsurteil. Daneben geben uns unzählige Abrechnungen von Krämern, Schneidern und Wirten einen unverhofften Einblick in das alltägliche Leben des 17. und 18. Jahrhunderts.
 
Über die alltagsgeschichtliche Perspektive hinaus bieten uns die in der ‚Zurlaubiana’ erhaltenen Quellen vor allem mannigfaltige Einblicke in die Zuger, Aargauer, Innerschweizer und Schweizer Geschichte aber auch die Geschichte Europas und des Söldnerwesens.


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Editionsprojekt Zurlaubiana

Das Kernstück dieser Aktensammlung bilden die so genannten "Acta Helvetica", 186 Sammelbände mit rund 35'000 Einzeldokumenten. Die einzelnen Bände der "Acta Helvetica" hat Beat Fidel Zurlauben ohne chronologische oder thematische Struktur zusammengestellt und binden lassen, was eine ergiebige Nutzung des wertvollen Quellenmaterials lange Zeit verhindert hat. Seit 1973 werden diese Dokumente im Rahmen eines langfristigen Editionsprojekts bearbeitet und mit umfangreichen Orts- und Personenregistern versehen. Bis dato sind im Rahmen dieses Projekts 143 der 186 "Acta Helvetica"-Bände in Form von 68 gedruckten Text- und 17 Registerbänden herausgegeben und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Sie tragen den Titel:
 
Regesten und Register zu den Acta Helvetica, Gallica, Germanica, Hispanica, Sabaudica etc. necnon genealogica stemmatis Zur-Laubiani / Sammlung Zurlauben 
 
Ab Serie 18 erscheint die Zurlaubiana zusätzlich im Netz. Das Register wird nach der elektronischen Veröffentlichung aller Textbände der Serie ebenfalls online publiziert.


Die Zurlaubiana im Netz

Mit der Serie 18 stellt die Zurlaubiana auf die elektronische Publikationsform um. Als erster Band dieser Serie wird der Band 144 online als Datei im PDF-Format veröffentlicht. Das Format erleichtert die rasche Durchsicht der Dokumente und ermöglicht Volltextrecherchen.

Die Bände 144 bis 151 (Serie 18) präsentieren sich auch in elektronischer Form ähnlich wie die bereits erschienenen gedruckten "Acta-Helvetica"-Bände. Sie sind noch weitgehend von den ehemaligen Mitarbeitern erschlossen und kommentiert worden. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt (für weitere Informationen siehe die "Einleitung zu Serie 18").

Für die Bearbeitung und Veröffentlichung der Bände 152 bis 186 sind weitere Änderungen vorgesehen, die den Zugriff auf den mannigfaltigen Quellenschatz der "Acta Helvetica" erleichtern sollen. Das Zurlaubiana-Team wird künftig die Ergebnisse der Erschliessungsarbeit sowie weitere Materialien zur Sammlung Zurlauben laufend online veröffentlichen.



Editionsteam

Dr. Carmen Furger (Leiterin/Kontaktperson)

062 835 3735

Lic. phil. Katrin Keller

062 835 3734

Lic. phil. Raoul Richner

062 835 3736

Dr. Dominik Sieber

062 835 3733




Die Edition Zurlaubiana wird finanziell getragen von:
Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
Kanton Aargau
Kanton Zug
Stadt Zug
Kanton Solothurn
Kanton Luzern
Kanton Schwyz
Kanton Uri
Kanton Nidwalden
Kanton Obwalden


Allgemeines

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