Kantonsärztlicher Dienst

Suchtprävention

Der Begriff "Prävention" (von lat. Praeventum, zuvorkommen) hat sich als Ausdruck in Politik und Gesellschaft gefestigt. Die Prävention soll negative Begleiterscheinungen menschlichen Handelns vermindern. Mit «Prävention» ist gemeint, dass etwas gegen diese Begleiterscheinungen getan wird, damit sie gar nicht erst auftreten.
In der Gesundheitspolitik, insbesondere auf der Ebene der Suchtproblematik, bestehen aber vielfältige und teils unterschiedliche Meinungen darüber, was Prävention ist oder sein soll. Die Interventionsebenen sind vielfältig und die Angebotspalette ist breit. Dazu kommt, dass bezüglich der Begriffsdefinition zur Prävention Unklarheiten bestehen.


Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention
Im Bereich der Suchthilfe existieren diese drei Begriffe und bezeichnen – je nach Definition – Interventionsfelder, die untereinander fliessende Grenzen aufweisen. Sie stehen für:

  • Primärprävention. Sie hat das Ziel, die Entstehung von süchtigem Verhalten zu verhindern, d.h. Abhängigkeitserkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen.
  • Sekundärprävention. Sie hat die möglichst frühe Erfassung von beobachteten Risiken bzw. Symptomen sowie die möglichst frühe Behandlung süchtigen Verhaltens zum Ziel.
  • Tertiärprävention. Sie steht für die Verhinderung von Folgeschäden aufgrund süchtigen Verhaltens.

Das Gesundheitsdepartement stützt sich daher auf folgende Definitionen:

  • Prävention versucht, zukünftige Suchtprobleme bei nicht näher definierten Personengruppen zu verhindern.
  • Früherfassung versucht, Anzeichen für zukünftige Suchtprobleme bei definierten Personengruppen zu erkennen und die geeigneten Massnahmen zur Behandlung dieser Anzeichen in die Wege zu leiten.
  • Behandlung versucht, bestehende Probleme bei bestimmten Personen zu beheben.
  • Schadensverminderung versucht, Folgeprobleme von bestehenden Problemen bei bestimmten Personen zu verhindern.

Unter dem Ausdruck Suchtprävention versteht das Gesundheitsdepartement demnach Primärprävention sowie Teile der Früherfassung.



Allgemeines

aktuelle Seite ausdrucken zum Seitenanfang springen