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Häufige Fragen zur Integrativen SchulungKommen die guten Schüler in der integrativen Schulung nicht zu kurz?Brauchen leistungsschwache Kinder nicht den Schonraum der Kleinklasse? Bringt IS nicht einen grossen administrativen Mehraufwand? Ist IS nicht einfach Mehraufwand für die Lehrpersonen? Ist IS nicht eine Überforderung für die Lehrpersonen? Schränkt IS die Methodenfreiheit ein? Werden wegen IS die Kleinklassen abgeschafft? Können Kleinklassen und IS nebeneinander geführt werden? Ersetzt IS auch die Einschulungsklassen? Wie werden Kinder und Jugendliche an IS-Schulen beurteilt? Welches sind die Vorteile der Integrativen Schulung? Haben Sie weitere Fragen zur integrativen Schulung (IS)? Kommen die guten Schüler in der integrativen Schulung nicht zu kurz?Der Umgang mit heterogenen Klassen erfordert offene Unterrichtsformen. Auch begabte Kinder und Jugendliche profitieren von solchen Unterrichtssequenzen in besonderem Mass, weil der individualisierende Unterricht auf die Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler eingeht. Sogar hochbegabte Schülerinnen und Schüler, die ihr Potenzial nicht ausschöpfen können, profitieren an IS-Schulen von einer speziellen heilpädagogischen Unterstützung.Brauchen leistungsschwache Kinder nicht den Schonraum der Kleinklasse?Es gilt als gesichert, dass die Lernentwicklung bei leistungsschwachen Kindern und Jugendlichen höher ist, wenn sie integrativ geschult werden als wenn sie separativ unterrichtet werden. Dies vor allem deshalb, weil in heterogenen Lerngruppen Modelllernen möglich ist. Der zitierte Schonraum gilt in Einzelfällen nur gerade für den Klassenunterricht, zumal diese Kinder gerade in der Pause oft gehänselt und als Sonderschüler abgestempelt werden.Bringt IS nicht einen grossen administrativen Mehraufwand?Ein wesentlicher Vorteil von IS ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Fachleuten für Unterricht, Heilpädagogik und Schulpsychologie. Dazu braucht es gefestigte Strukturen, klare Abläufe und geregelte Kommunikation. Das aufzubauen braucht einen gewissen Mehraufwand.Ist IS nicht einfach Mehraufwand für die Lehrpersonen?Die Jahresarbeitszeit der Lehrpersonen wird in der Verordnung über die Anstellung und Löhne der Lehrpersonen (VALL) umschrieben. Sie gilt für alle Lehrpersonen unabhängig der Schulungsform. Befragungen von Lehrpersonen im Rahmen der Arbeitszeit- und Belastungsstudie 2008 haben gezeigt, dass sich der Aufwand lohnt: Verbindlichkeit schafft Klarheit und Entlastung. Zudem fühlen sich Lehrpersonen und Schulleitungen an IS-Schulen weniger belastet als deren Vergleichsgruppe.Diese Qualitätsmerkmale sind zentrale Aspekte von geleiteten Schulen. Ist IS nicht eine Überforderung für die Lehrpersonen?In jeder Klasse gibt es Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten. Lehrpersonen fühlen sich mit diesen Problemen oft allein gelassen. In IS-Schulen werden Lehrpersonen und Klassen von heilpädagogisch ausgebildeten Fachpersonen unterstützt. Zudem gibt es für IS-Schulen ein spezielles Beratungs- und Unterstützungsangebot.. Schränkt IS die Methodenfreiheit ein?Die Unterrichtsfreiheit ist im Gesetz über die Anstellung von Lehrpersonen (GAL) § 15 festgeschrieben. Es handelt sich dabei nicht um eine Unterrichtsbeliebigkeit, sondern um die Freiheit, diejenige Methode zu wählen, die zur Erreichung der Lehrplanziele am geeignetsten erscheint. Die integrative Schulung (IS) verlangt, dass in den Regelklassen - neben traditionellen - auch erweiterte Lehr- und Lernformen Einzug finden. Zudem hat im Unterricht individualisiertendes Lernen einen hohen Stellwert.Werden wegen IS die Kleinklassen abgeschafft?Die Kleinklassen werden nicht abgeschafft, sondern durch einen von heilpädagogisch ausgebildeten Lehrpersonen unterstützten Regelklassenunterricht ersetzt. Ebenso wenig werden jetzige Kleinklassenlehrkräfte arbeitslos, sondern sollen als schulische Heilpädagogin oder schulischer Heilpädagoge (SHP) eingesetzt werden. Ein spezielles Weiterbildungsangebot dient zur Vertiefung ihrer Kompetenz. Lehrpersonen ohne heilpädagogische Ausbildung werden vom Departement BKS unterstützt, berufsbegleitend ein heilpädagogisches Diplom zu erwerben.Über die Einführung der Integrativen Schulung entscheidet die Schulpflege. Ein Grossteil der Schulen im Kanton Aargau hat IS bereits eingeführt. Andere Schulen führen weiterhin Kleinklassen. . Können Kleinklassen und IS nebeneinander geführt werden?Gemeinden müssen sich – allein aus Ressourcengründen - für eine Schulungsform entscheiden. Die Integrierte Heilpädagogik versteht sich zudem nicht als niederschwelligeres Stützangebot, sondern ist eine vollwertige Alternative zur Kleinklasse.Ersetzt IS auch die Einschulungsklassen?Jein: Erfahrungen haben gezeigt, dass ein erheblicher Anteil von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen in einem individualisierenden und gemeinschaftsbildenden Unterricht im Rahmen einer „IS-Schulkultur“ angemessen gefördert werden kann.Wie werden Kinder und Jugendliche an IS-Schulen beurteilt?Kinder und Jugendliche mit besonderem Bildungsbedarf, welche die Lernziele der Klasse nicht erreichen, werden nach individuellen Lernzielen gefördert. Das Erreichen dieser Ziele wird in einem Lernbericht ausgewiesen, welcher anstelle der herkömmlichen Notenbeurteilung erstellt wird.Welches sind die Vorteile der Integrativen Schulung?Nationale und internationale Forschungsergebnisse zeigen übereinstimmend, dass die Vorteile integrativer Förderung gegenüber dem Kleinklassenmodell überwiegen. Praxiserfahrungen aus dem Kanton Aargau und anderen Schweizer Kantonen bestätigen dies. Kinder lernen besser in Gruppen mit verschiedenen Leistungsniveaus als in solchen mit künstlich hergestellter – vermeintlicher – Homogenität. Kinder und Jugendliche mit Lernschwächen machen bessere Lernfortschritte als in Kleinklassen. Alle Beteiligten profitieren in Bezug auf die Selbst- und Sozialkompetenz. IS entspricht zudem dem Anliegen einer chancengerechteren Schule.Haben Sie weitere Fragen zur integrativen Schulung (IS)?Stellen Sie diese bitte per Mail an isf@ag.ch oder via das Kontaktformular. Wir helfen Ihnen gern weiter. |