Schloss Hallwyl um 1580, Illustration zu Burkhard III. im Hallwylschen Hausbuch

Familiengeschichte

Aargauer Kleinadel auf europäischem Erfolgskurs
1167 wurde erstmals ein Mitglied der Familie von Hallwyl urkundlich erwähnt: Waltherus de Allewilare bewegte sich im Umfeld der Freiherren von Eschenbach und im Gefolge der Grafen von Lenzburg.

In seiner achthundertjährigen Geschichte hat sich das aargauische Kleinadelsgeschlecht von Hallwyl auf den eidgenössischen Schlachtfeldern, an den europäischen Höfen, in der Wissenschaft, in der Politik, im Handel und in der Finanzwelt profiliert.

Von den über 500 Familienmitgliedern wird hier nur ein Repräsentant pro Ausstellungsthema portraitiert. Im Audioführer Acoustiguide, der kostenlos an der Kasse des Schlossmuseums erhältlich ist, sind die Portraits von 20 Familienmitgliedern abrufbar, welche zudem in der Ausstellung anzutreffen sind.


Johans I. (1305–1348)
war Marschall, Pfleger im Sundgau, später Langvogt in Schwaben und im Elsass. Er nahm wichtige Aufgaben für die Habsburgische Landesherrschaft wahr und amtete als Erzieher Herzog Friedrichs. Seine Stellung benutzte er zum Ausbau der eigenen Macht im Aargau.
Johans I. gilt als mächtigster und erfolgreichster Hallwyler. Die Turmburg Hallwyl liess er zur repräsentativen Schlossanlage ausbauen.


Ausstellung: Schalten und Walten





Hans (1434–1504)
hatte im Dienste der Habsburger sowie der Könige von Böhmen und Ungarn gekämpft.
Am 22. Juni 1476 führte er die Berner Truppen bei Murten siegreich gegen die Burgunder unter Karl dem Kühnen und ging als Held von Murten in die Geschichte ein.


Ausstellung: Festen und Feiern






Dietrich (1462–1509)
gründete einen Hof und bewirtschaftete die zum Schloss Hallwyl gehörenden landwirtschaftlichen Nutzflächen selbst. Er liess die Fischweiher im Schlatt anlegen und hatte mit dem Verkauf von Karpfen ein gutes Einkommen.


Ausstellung: Säen und Ernten







Hartmann III. (1503–1573)
studierte Theologie bei Wolfgang Capito in Basel und ging später an die Universitäten von Mainz und Leipzig. Er begrüsste die revolutionären Ideen Luthers, verwarf die Pläne, Priester zu werden, und trat als Gesandter und Unterhändler in den Dienst der Stadt Bern. 1546/7 war er im Schmalskaldischen Krieg als Gesandter Berns unterwegs.


Ausstellung: Reisen und Transportieren


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Burkhard III. (1533–1598)
sammelte medizinische Rezepte, befasste sich mit seiner Familiengeschichte und liess mehrere An- und Umbauten am Schloss vornehmen. Er besass ein Versuchslabor mit Destillationsapparaten und einen Arzneimittelvorrat, der einer Apotheke gleich kam. Gegen 1580 stellte er im Hallweilschen Arzneybuch mehr als 2500 Rezepte zusammen, darunter den Echten Hallwylschen Wundtranck.


Ausstellung: Forschen und Heilen





Johann Georg, Bischof von Konstanz (1555–1604)
Auf Betreiben seines Vaters Dietrich bekam Johann Georg 1579 eine Pfründe am Domstift in Basel. Seine Ausbildung sowie seine spätere Amtsführung als Bischof waren durch die Jesuiten geprägt: Strenge Gläubigkeit, Reformfreudigkeit und Selbstlosigkeit werden ihm attestiert. 1601 wählte ihn das Domkapitel Konstanz einstimmig zum Bischof des grössten Bistums im deutschsprachigen Raum.


Ausstellung: Beten und Hoffen





Bernhardine, geb. von Diesbach (1728–1779)
stammte aus einer vornehmen Berner Familie und heiratete mit 16 den 55-jährigen Johannes von Hallwyl. Nach dessen Tod wurde ihr Leben von der Trauer um eine verlorene Tochter, der Sorge um ihre kranken Söhne und der eigenen Gebrechlichkeit bestimmt.


Ausstellung: Kommen und Gehen






 

Franziska Romana, geb. von Hallwyl (1758–1836)
heiratete ihren Cousin Abraham Johannes und war als Witwe über 50 Jahre Oberherrin auf dem Schloss. Hineingeboren in eine Zeit des Umbruchs, erlebte sie den Untergang des Ancien Régime, die Französische Revolution und die Entstehung des Kantons Aargau. All diese Veränderungen hat sie interessiert mitverfolgt.


Ausstellung: Werden und Sein






Karl Franz Rudolf (1777-1852)
diente unter dem russischen Zaren und wurde Hauptmann im Artilleriebataillon dessen Leibgarde. Nach seiner Rückkehr auf Schloss Hallwyl war er über 40 Jahre lang Schlossherr, wurde Aargauer Bürger, aargauischer Oberst und liess sich in den aargauischen Grossen Rat wählen. Infolge der Helvetischen Revolution hatte die Familie viele ihrer Vorrechte verloren. Er führte unzählige Prozesse für die Rechte des Hauses und verschuldete sich dadurch. 1833 sah er sich gezwungen, die Schlossmühle zu verkaufen.


Ausstellung: Rattern und Rackern


Wilhelmina, geb. Kempe (1844–1930)
Die Ehefrau von Walter von Hallwyl (1839–1921) war die Tochter eines schwedischen Industriellen. Im Laufe ihres Lebens trug sie eine umfangreiche Sammlung von Gemälden, Porzellan, Silber, Waffen und Gebrauchsgegenständen zusammen. Diese ist heute im Stockholmer Hallwyl Museum der Öffentlichkeit zugänglich.
Einen Grossteil ihres umfangreichen Erbes hat Wilhelmina auch in die Restauration und Dokumentation von Schloss Hallwyl (1910–1916) investiert. Nach dem Tode ihres Gatten rief Wilhelmina von Hallwyl (1844–1930) 1925 die Hallwil-Stiftung ins Leben. Diese bildete unter anderem die Trägerschaft der Schlossanlage, welche das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich machte.


Ausstellung: Sammeln und Sichern



 



 
Der Ring von Hallwyl, Illustration zu Burkhard III. im Hallwylschen Hausbuch

 
Johans I. (1305 - 1348)

 
Hans (1434 - 1504)

 
Dietrich (1462-1509)

 
Hartmann III. (1503 – 1573)

 
Burkhard III. (1533-1598)

 
Johann Georg, Bischof von Konstanz (1555 – 1604)

 
Bernhardine, geb. von Diesbach (1728 – 1779)

 
Franziska Romana, geb. von Hallwyl (1758 – 1836)

 
Karl Franz Rudolf (1777-1852)

 
Wilhelmina, geb. Kempe (1844 – 1930)

Allgemeines

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