Wiege der Habsburger
Die Habsburg - Stammsitz einer Weltdynastie
Von ihrer Stammburg machten sich die Habsburger einst auf und schufen über die Jahrhunderte ein Weltreich. Erkunden Sie Burg und Ruine und lassen Sie sich von der Geschichte dieses sagenumwobenen Ursprungortes inspirieren.
Die Legende vom Habicht
Radbot ist auf der Jagd, als sich sein Habicht auf dem Wülpelsberg niederlässt. Er deutet dies als Zeichen, hier eine Burg zu bauen. So berichtet eine der Legenden von der Gründung der „Havichsburg“. Das Waldstück wird gerodet und die Burg ist weithin als Machtsymbol der Adelsfamilie sichtbar. Auch die strategische Lage stimmt, alle Flussübergänge der Aare sind im Blickfeld.
Die Habsburger im Aargau
Im Aargau gründen die Habsburger im Mittelalter zahlreiche Städte aber nur einzelne Burgen. Sie übernehmen von ihren landesherrlichen Vorgängern, den Lenzburgern, Frohburgern und Kyburgern, zahlreiche Anlagen und halten auch auf der Lenzburg und der Laufenburg selber Hof.
Aufstieg zur Weltdynastie
Rudolf von Habsburg wird 1273 zum römisch-deutschen König gewählt. Fortan bauen die Habsburger ihre rund sieben Jahrhunderte andauernde Herrschaft weiter aus – nicht zuletzt dank einer geschickten Heiratspolitik. Die Geschichte der Habsburger fasziniert noch heute. Namen wie Kaiser Karl VI, Maria Theresia und Sissi sind längst zu Legenden geworden.
Bau- und Familiengeschichte im Überblick
1020-1030 Die Habsburg wird von Radbot und seinem Schwager Bischof Werner von Strassburg auf dem Wülpelsberg errichtet. Erste Bauten in Holz, danach Bau eines grossen, mehrgeschossigen Steinhauses. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts Ausbau zur Doppelburg mit Wehr- und Repräsentationsbauten.
1108 wird der Bau erstmals in einer Urkunde unter dem Namen "Havichsberch" erwähnt.
Otto II, Radbots Enkel, nennt sich als Erster der Familie Graf von Habsburg.
Um 1200 Bau einer Burgkapelle. Ausbau der Hinteren Burg.
1230 Die Habsburg ist für das aufstrebende Grafengeschlecht nicht mehr geeignet. Die Burg wird an Dienstadelige verliehen. Das vordere Burglehen geht an die Herren von Wülpelsberg, das hintere an die Truchsessen von Habsburg-Wildegg. Die Vordere Burg bleibt fortan unbewohnt.
1273 Graf Rudolf von Habsburg wird zum deutschen König gewählt.
1400-1528 Die Habsburg gelangt von den Herren von Wohlen zu den Herren von Greifensee, danach an die Familie Segesser und von dieser an das Kloster Königsfelden.
1528-1804 Nach der Klosteraufhebung fällt die Habsburg in den Besitz der Stadt Bern und wird vom Königsfelder Hofmeister verwaltet. Die zu zwei Dritteln zerfallene Anlage wird nur zeitweise durch einen Hochwächter besetzt.
1804-1978 Der Kanton Aargau gelangt in den Besitz der Burg und stellt die noch erhaltene Hintere Burg wiederholt in Stand.
1978-1983 Die Ruine der Vorderen Burg wird ausgegraben und konserviert.