Wegleitend im Umgang mit Gewalt- und Disziplinproblemen an den Schulen ist ein umfassendes Präventionsverständnis. Zielhorizont der schulischen Gewaltprävention ist eine lernförderliche, konfliktfähige und friedliche Schulkultur. Darunter verstehen wir eine Schulkultur, in der sich Lehrende und Lernende gleichermassen wohl fühlen, Konflikte fair und lösungsorientiert bereinigt werden und die Schülerinnen und Schüler Lernresultate erzielen, die ihren individuellen Fähigkeiten und Begabungen entsprechen.
Gesetzlich fundierte Massnahmen im Disziplinarbereich (z.B. zusätzliche Schularbeit, befristeter Schulausschluss) bieten Lehrpersonen die Möglichkeit, schwerwiegenden Unterrichtsstörungen entgegenzuwirken. Disziplinarmassnahmen haben jedoch Strafcharakter und sollen nur verfügt werden, wenn alle anderen pädagogischen Mittel fruchtlos bleiben. Priorität haben präventive Massnahmen, die zu einer Schulkultur beitragen, in der Gewalt und schwerwiegende Disziplinprobleme möglichst gar nicht erst aufkommen.