Fremdsprachen an der Primarschule

Häufige Fragen zum Englisch

Primarschule und Oberstufe

Warum wird der Level C1 (Certificate in Advanced English) für das Unterrichten auf der Primarstufe verlangt?

Welcher Stellwert hat die Mündlichkeit im Englischunterricht?

Werden die schwächeren Schulkinder nicht mit einer Fremdsprache auf der Primarstufe überfordert?

Sollen native speaking oder zweisprachige Kinder vom Fremdsprachenunterricht dispensiert werden?

Wie werden Lernende ohne Englischkenntnisse beurteilt?

Warum wird der Level C1 (Certificate in Advanced English) für das Unterrichten auf der Primarstufe verlangt?

Englischunterricht in der Primarschule stellt hohe Anforderungen an die Lehrkräfte. Nebst dem didaktischen Wissen braucht die Lehrkraft eine sehr gute Sprachkompetenz. Da der Unterricht ausschliesslich in Englisch stattfindet, damit die Schülerinnen und Schüler in die Sprache eintauchen können, muss die Lehrkraft auch in Englisch agieren und reagieren können. Kinder in diesem Alter kommunizieren gerne, haben tausend Fragen, das heisst, Sprache kann nicht an Lektionen oder bestimmte Inhalte gebunden sein, die Lehrperson als sprachliches Vorbild muss in jeder Situation angemessen in der Zielsprache reagieren können.

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Welcher Stellwert hat die Mündlichkeit im Englischunterricht?

Im Fremdsprachenunterricht an der Primarstufe nehmen Hören und Sprechen den wichtigsten Platz ein. Die Kinder sollen zuerst mündlich mit der neuen Sprache vertraut werden und erst dann kommen Wortbilder (Lesen) und Sprachbetrachtung (Grammatik) dazu.

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Werden die schwächeren Schulkinder nicht mit einer Fremdsprache auf der Primarstufe überfordert?

Durch den frühen Fremdsprachenunterricht wird die Chancengerechtigkeit gefördert, indem alle Kinder die Möglichkeit haben Englisch zu lernen. Schwächere Kinder haben beim Erwerb der ersten schulischen Fremdsprache dieselben Voraussetzungen wie ihre Kameradinnen und Kameraden. Hier gilt es nicht Defizite aufzuarbeiten, sondern lustvoll neue Lerninhalte zu erschliessen. Das Erarbeiten eines bestimmten Wortschatzes, angelehnt an eine Geschichte, Dialoge üben in Rollenspielen, das Kopieren von Wörtern, die für alle neu sind, bringen oft Erfolgserlebnisse. Das sind wertvolle Erfahrungen für lernschwächere Schülerinnen und Schüler, die motivierend wirken und neue Lernerfahrungen zulassen.

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Sollen native speaking oder zweisprachige Kinder vom Fremdsprachenunterricht dispensiert werden?

Erfahrungen aus anderen Kantonen und in den Englisch Pilotklassen
Umfragen in anderen Kantonen haben gezeigt, dass es unterschiedliche Handhabungen gibt. Zum Teil stellt sich dort diese Frage gar nicht, da es selbstverständlich ist, dass auch native speaking Kinder den Fremdsprachenunterricht besuchen. In allen Kantonen werden aber Dispensationsgesuche eher restriktiv gehandhabt. Die Erfahrungen aus den Englischpilotklassen sind bei der Beurteilung der Frage der Dispensation miteingeflossen. In den Pilotklassen hat sich gezeigt, dass diese Kinder eine Bereicherung für alle sein können und sie selbst durch eine gezielte individuelle Förderung im Englischunterricht von neuen Lern- und Kommunikationsstrategien profitieren können. Zudem konnten in den Pilotklassen nach wenigen Wochen die muttersprachlichen Kinder und die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler zusammen gefördert werden.
 
Dispensation
Seit dem 1. August 2005 ist in § 12 Abs. 1 der Verordnung Volksschule (SAR 421.311) festgelegt, dass die teilweise oder gänzliche Befreiung von obligatorischen Schulfächern aus wichtigen Gründen durch das Departement BKS erfolgt. Damit soll eine einheitliche Dispensationsregelung gewährleistet werden.

Mit der Einführung des neuen Unterrichtsfachs Englisch an der Primarschule stellt sich für Schulleitungen und Inspektorate die Frage, wie Dispensationsgesuche für native speaking (Muttersprache Englisch oder zweisprachig) Kinder beurteilt werden sollen.

Grundsätzlich ist von Dispensationen abzusehen. Die Kinder und Jugendlichen sollen den Unterricht in ihrer Klasser oder Lerngruppe miteinander besuchen, damit das Sozialverhalten gemeinsam trainiert und gefördert werden kann. Die Schülerinnen und Schüler bringen auch in anderen Unterrichtsfächern unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten mit und werden dort auch nicht vom Unterricht dispensiert.
 
Eine Separation ist auch immer eine Reduktion von Entwicklungschancen. Die muttersprachlichen oder zweisprachigen Kinder sind in den Unterricht zu integrieren. Die native speaking Kinder sind in Bezug auf das Hörverständnis und die mündliche Interaktion in der ersten Zeit zum Teil etwas weniger gefordert. Aber auf Grund des spielerischen Ansatzes nehmen sie dennoch gern am Unterricht teil und können auch als „Coach“ eingesetzt werden. In den anderen Basiskompetenzen wie Lesen und Schreiben weisen die native speaking Kinder oftmals keine oder nur geringe Vorkenntnisse auf. Die Praxiserfahrung zeigt, dass bei einer Dispensationsbewilligung die Gefahr besteht, dass sie dadurch den Anschluss an die schriftlichen Kompetenzen verpassen, werden doch alle Fertigkeiten wie Hörverstehen, Leseverstehen, Sprechen und Schreiben von Anfang an im Englischunterricht gefördert. Die Englischlehrkräfte sind dazu angehalten, die muttersprachlichen Kinder schon früher als die anderen Kinder mit der Schriftlichkeit zu konfrontieren und sie dadurch zu fördern. In Rollenspielen, durch Bilder beschreiben und Geschichten erzählen können die muttersprachlichen Kinder im mündlichen Unterricht auch sinnvolle Aktivitäten zur eigenen Sprachförderung machen. Selbst wenn sie die gleichen Aufgaben wie die Klassenkameraden lösen, werden sie dabei ganz natürlich ihre höheren sprachlichen Mittel einsetzen und auch so an ihrer muttersprachlichen Kompetenz arbeiten. Ebenso öffnet sich die Schere zwischen den schwächeren und stärkeren Schülerinnen und Schülern, deren Muttersprache nicht Englisch ist, relativ rasch. Diese leistungsmässig stärkeren Kinder müssen im Sinne des individualisierenden Lernens einerseits auf ihrem individuellen Niveau abgeholt und andererseits muss ihnen geeignetes Unterrichtsmaterial angeboten werden.
 
Ein weiterer Grund, der gegen eine Dispensation spricht, ist der, dass die Schülerinnen und Schüler – falls die Englischlektionen nicht in einer Randstunde liegen – während dieser unterrichtsfreien Zeit unbeaufsichtigt sind.
 


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Wie werden Lernende ohne Englischkenntnisse beurteilt?

Repetierende oder neu zugezogene Schülerinnen und Schüler ohne  Englischkenntnisse (Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger), besuchen den Unterricht mit der Regelklasse. Zusätzlich erhalten sie Stützunterricht, um den Stoff des Vorjahres/der Vorjahre aufholen zu können. Falls die betreffenden Lernenden die Klassenlernziele nach Lehrplan nicht erreichen, können für die Dauer dieser unterstützenden Massnahme individuelle Lernziele festgesetzt werden.
Der Förderung und Beurteilung in den Fächern mit individuellen Lernzielen liegt eine Förderplanung zugrunde und ein Bericht ersetzt die Note.


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Allgemeines

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