STEP I
Befragung zur Situation der Schulabgängerinnen und -abgänger der Aargauer Volksschule
STEP I steht für den grossen Schritt von der Volksschule in die Sekundarstufe II. Die Erhebung STEP I 2011 zeigt die Situation der Aargauer Schulabgängerinnen und -abgänger am Ende des Schuljahres 2010/11. Insgesamt liegen die Anschlusslösungen von 6’746 Schülerinnen und Schülern aus Regel- und Sonderklassen der Volksschule sowie aus stationären Sonderschulen und Tagessonderschulen vor.
Repetitionen des letzten Schuljahres
In den Jahren 2008 bis 2010 wiederholten zwischen 3,4% und 3,8% der Lernenden im Abschlussjahr das letzte Schuljahr. Seit August 2010 ist eine Repetition des Abschlussjahres von Regelklassen der Volksschule nur noch in Ausnahmefällen gestattet. Im aktuellen Jahr liegt nun der Anteil der Verbleibenden mit 2,2% deutlich tiefer als in den Vorjahren.
Anschlusslösungen der Abgängerinnen und Abgänger
Insgesamt 6'564 Schülerinnen und Schüler von Regel- und Sonderschulen verlassen 2011 die Aargauer Volksschule. Welche Wege sie einschlagen, verdeutlicht die folgende Grafik.
Anschlusslösungen von Lernenden der Regel- und Sonderschule im Überblick
Mehr als die Hälfte der Abgängerinnen und Abgänger startet mit der Beruflichen Grundbildung in einem Lehrbetrieb und knapp ein Viertel wechselt in eine Mittelschule. Somit treten rund 80% der Aargauer Jugendlichen, welche die Volksschule verlassen, direkt in die nachobligatorische Ausbildung über.
Für knapp ein Fünftel der Abgängerinnen und Abgänger folgt nach der Volksschule (zunächst) jedoch eine Zwischenlösung, eine Beschäftigung oder eine ausserkantonale Anschlusslösung. Knapp 2% der Aargauer Schulabgängerinnen und -abgänger können zum Befragungszeitpunkt im Juni noch keine Anschlusslösung vorweisen.
Zeitliche Entwicklung
Für die Regelschulen ist ein Vergleich mit den Vorjahren möglich. Dieser zeigt einige stabile Trends. So wächst der Anteil der Lernenden stetig, die sich für eine allgemeinbildende Schule entscheiden (vgl. Grafik unten). Gleichzeitig bleibt der Anteil der Lernenden konstant, der in eine Berufsbildung eintritt. Somit steigt auch die Quote der direkten Übertritte in die Sekundarstufe II.
Entwicklung: Allgemeinbildende Schulen
Besonders schwierig ist die Übertrittssituation für Lernende, die kurz vor Abschluss der Volksschule immer noch nicht wissen, wie ihr beruflicher Weg weitergehen soll. In den letzten Jahren konnte ein leichter, aber konstanter Rückgang von Jugendlichen ohne Anschlusslösung verzeichnet werden. Nicht nur die absolute Zahl nimmt ab, sondern auch der Anteil, den diese Gruppe unter allen Abgängerinnen und Abgängern der Volksschule ausmacht (vgl. Grafik unten). Erfreulicherweise ist zudem ein zunehmend grösserer Anteil dieser gefährdeten Jugendlichen bereits in der Schlussphase der Volksschule bei der Berufs- und Laufbahnberatung ask! oder bei der Fachstelle 1155 gemeldet.
Entwicklung: Abgänger/innen ohne Anschlusslösung
Ungleiche Bildungswege
In den vergangenen Jahren konnte wiederholt festgestellt werden, dass die Bildungswege durch den besuchten Schultyp, das Geschlecht und die nationale Herkunft beeinflusst werden. Diese Effekte werden durch die Daten von STEP I 2011 wiederum bestätigt. So steigt und fällt die Chance auf einen direkten Einstieg in die nachobligatorische Bildung mit dem besuchten Schultyp. Bei Bezirksschülerinnen und -schülern beträgt der Anteil mit direktem Übertritt in die Sekundarstufe II 93%, bei Lernenden der Sekundarschule 79% und bei denjenigen der Realschule 65%.
Auch das Geschlecht und die Nationalität der Jugendlichen sind bedeutsam. Dies veranschaulichen die beiden nachfolgenden Grafiken.
Anschlusslösungen, nach Geschlecht 2011
Anschlusslösungen, nach Ausländerstatus 2011