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Oberstufe - Sekundarstufe I
Die Oberstufe der aargauischen Volksschule gliedert sich in drei Schultypen. Alle drei Angebote (Real-, Sekundar- und Bezirksschule) dauern vier Jahre.
Die drei Oberstufentypen
- In der Realschule erwerben sich die Schülerinnen und Schüler eine breite Allgemeinbildung und die Grundlage für eine Berufslehre. Der Förderung der Lernmotivation kommt ein besonderes Gewicht zu; das Anpassen des Unterrichts an das unterschiedliche Lerntempo sowie ein ständiges Üben und Festigen des Erlernten sind wichtige Anliegen. Die Absolventinnen und Absolventen der Realschule erlernen in den meisten Fällen einen Beruf des Handwerks oder der Industrie.
Informationen zu den Übertrittsprüfungen
- Die Sekundarschule ist der mittlere Zug der drei Oberstufentypen. Von den Schülerinnen und Schülern werden Lernfähigkeit, geistige Beweglichkeit und Abstraktionsvermögen gefordert. Die Sekundarschule vermittelt eine breite Allgemeinbildung und die Voraussetzung für eine anspruchsvolle berufliche Ausbildung. Gut qualifizierten Sekundarschülerinnen und -schülern steht der Besuch der Diplommittelschule offen.
Informationen zu den Übertrittsprüfungen
- Die Bezirksschule bereitet sowohl auf eine anschliessende Berufslehre wie auch auf den Besuch weiterführender Schulen vor. Die Bezirksschülerinnen und Bezirksschüler haben deshalb im Hinblick auf ihre weitere Ausbildung neben dem Besuch des obligatorischen Unterrichts aus einer Reihe von Wahlpflicht- und Freifächern auszuwählen. Gut die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen treten eine Berufslehre im Bereich von Handwerk, Industrie und Handel an, die übrigen besuchen eine Mittelschule.
>> Informationen zur Bezirksschulabschlussprüfung (BAP) und zu den Übertrittsprüfungen
Übertritt in die Oberstufe
Die Zuweisung der Kinder in die drei Schultypen erfolgt durch die Schule auf Grund der Empfehlung der Lehrerin oder des Lehrers der fünften Klasse in Zusammenarbeit mit den Eltern. Wenn sich die Inhaber der elterlichen Gewalt der Beurteilung der Schule nicht anschliessen können, entscheidet die Schulpflege, nach Anhörung der Eltern, über die Zuweisung der Schüler in Stufen, Typen und in die Kleinklasse sowie über die Beförderung und Versetzung. Sind die Eltern mit diesem Zuweisungsentscheid nicht einverstanden, kann der Schüler oder die Schülerin für die Sekundar- oder Bezirksschule eine Aufnahmeprüfung ablegen. Alle neueintretenden Schülerinnen und Schüler haben eine Probezeit zu bestehen, welche in der Regel bis zum Ende des ersten Schulhalbjahres (Ende Januar) dauert.
Fähige und motivierte Schülerinnen und Schüler können gemäss der im Schulgesetz verankerten Durchlässigkeit nach festgelegten Bedingungen bzw. Entscheid der Schulpflege auf Empfehlung der abgebenden Lehrperson in einen anderen Oberstufentyp übertreten.
Zusätzliche Angebote im vierten Oberstufenjahr
- Berufswahljahr
Das Berufswahljahr ist ein spezielles Angebot, das zur Berufswahlreife und zur Berufsfindung führt sowie auf den gewählten Beruf vorbereitet. Die Berufswahllehrer und -lehrerinnen arbeiten eng zusammen mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern. Berufskunde und Praktika ("Schnupperlehren") haben innerhalb des Unterrichts eine besondere Bedeutung.
- Werkjahr
Das Werkjahr nimmt Knaben und Mädchen der Kleinklassen auf, welche weder in die 4. Realklasse noch in ein Berufswahljahr eintreten können, aber auch Realschülerinnen und -schüler besuchen dieses Angebot. Das Werkjahr verbessert die Chancen für die Absolvierung einer Lehre oder Anlehre.
- Integrations- und Berufsfindungsklasse Volksschule (IBK)
Die Integrations- und Berufsfindungsklasse ist ein spezielles Abschluss- und Berufsfindungsjahr für spätzugereiste fremdsprachige Schülerinnen und Schüler im Alter von 15-17 Jahren, die in ihrem Herkunftsland die Schulpflicht erfüllt oder während mindestens acht Jahren die Schule besucht haben.
Lehrpläne
Die Lehrpläne der Oberstufe bauen auf jenen der Primarschule auf. Sie sind systematisch aufgebaut, und die Ziele der Oberstufenschultypen sind aufeinander abgestimmt. Sie garantieren die Durchlässigkeit zwischen den Oberstufenschultypen. Das Wahlpflichtfach- und Wahlfachangebot ist so gestaltet, dass eine Berufswahl nicht vorweggenommen wird.
Die Schülerinnen und Schüler erwerben eine vertiefte Allgemeinbildung, die es ihnen ermöglicht, sich in allen wesentlichen Bereichen der Gesellschaft zu orientieren und wichtige Entwicklungen des Zeitgeschehens nachzuvollziehen. Sie lernen, mit den Mitschülerinnen und Mitschülern umzugehen, Konflikte zu lösen, gemeinsam eine Arbeit anzugehen, durchzuführen und auszuwerten. Sie lernen, mehr und mehr ihr Handeln zu beurteilen und dafür Verantwortung zu übernehmen.
Bildungswege: Gesetzliche Grundlagen
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