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Was tun wir?
Finden und erfassen
Es gibt im Kanton Aargau rund 2500 bekannte archäologische Fundstellen. Jährlich werden etwa 20 neue Fundorte gemeldet. Die Fundstellen werden nach wissenschaftlichen Kriterien kartografisch erfasst. Die Daten ermöglichen bei geplanten Bauvorhaben und Bodeneingriffen einen weitsichtigen Umgang mit den archäologischen Zeugnissen im Kanton Aargau. Fundstellen von nationaler und internationaler Bedeutung sind zum Beispiel das Gräberfeld der Hallstatt-Zeit von Unterlunkofen oder die Seeufersiedlungen am Hallwilersee, das römische Legionslager von Vindonissa, das spätrömische Kastell von Kaiseraugst und die spätrömischen Wachtürme am Rhein sowie die mittelalterlichen Burgen Habsburg, Aarburg und Lenzburg.
Schützen und retten
Die Menge der Fundstellen und das hohe Bauaufkommen machen immer wieder Rettungsgrabungen notwendig. Wenn immer möglich, sollen archäologische Bodendenkmäler und Stätten auch den künftigen Generationen ungestört erhalten bleiben. Ist die Erhaltung einer archäologischen Stätte nicht möglich – was wegen Bauprojekten, Landnutzung oder natürlicher Erosion häufig der Fall ist – wird sie vor ihrer Zerstörung wissenschaftlich erforscht.
Archivieren
Nach einer Ausgrabung oder Bauuntersuchung werden die Fundobjekte konserviert und inventarisiert. Die Dokumentationen (Pläne, Fotos und Beschreibungen) kommen in das umfangreiche Archiv der Kantonsarchäologie, wo sie der Forschung zur Verfügung stehen. Die archäologische Sammlung umfasst über 2 Millionen Fundobjekte: neben den Funden aus der Tätigkeit der Kantonsarchäologie selber auch die Objekte des ehemaligen kantonalen Antiquariums sowie regionaler und privater Sammlungen. Die Ausgrabungsdokumentationen umfassen neben zahlreichen Tagebüchern, Zeichnungen, Plänen auch rund 35'000 Dias und 50'000 s/w-Negative.
Auswerten
Auf der Basis der Dokumentation und der dazugehörigen Funde ist es möglich, Erkenntnisse zu einer Fundstelle zu gewinnen. Die Auswertung schärft aber auch den Blick für Fragen an künftige Ausgrabungen. Die Ergebnisse unserer wissenschaftlichen Auswertungen und Forschungsarbeiten werden in schweizerischen und internationalen Fachpublikationen veröffentlicht. Die Kantonsarchäologie arbeitet eng mit den Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen zusammen.
Vermitteln
Bei Ausgrabungsführungen und in den verschiedenen Medien werden die Ergebnisse der aktuellen Ausgrabungen regelmässig der Öffentlichkeit vorgestellt. Bedeutende archäologische Fundstätten und Objekte werden mit Informationstafeln und Rundgängen für den Besucher erlebbar gemacht. Die Kantonsarchäologie führt das Vindonissa-Museum, das seit 1912 die Funde der Ausgrabungen zeigt. Die Funde der Gemeinde Kaiseraugst, darunter der spätrömische Silberschatz, werden gemäss "Römervertrag" von 1988 im Römermuseum Augst (BL) aufbewahrt und ausgestellt. In Zusammenarbeit mit Regional- und Ortsmuseen erarbeitet die Kantonsarchäologie regelmässig Wechselausstellungen. Sie berät Autorinnen und Autoren von Lehrmitteln, Ortsgeschichten und andern Publikationen. Verwandte ThemenKantonsarchäologie: Gesetzliche Grundlagen |