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Kultur und Freizeit
Aargauer Persönlichkeiten wie der Literat und Politiker Heinrich Zschokke oder der Verleger Heinrich Sauerländer trieben mit ihrer «Kulturgesellschaft» das Schulwesen voran, ein regionales Bankenwesen, die Institutionalisierung der Fürsorge oder auch die Modernisierung der Landwirtschaft. Der Aargau verfügt über ein reiches Erbe an kulturellen Schätzen aus der Römerzeit und aus der Blüte des Mittelalters. Dazu zählt das einstige Legionärslager von Vindonissa, das mit seinem innovativen Legionärspfad an ein breites Publikum herantritt. Sichtbare Zeugen aus vergangener Zeit sind die pittoresken Altstädte, die Burgen und Schlösser (rund vierzig an der Zahl) und die Klöster. Die Fenster der Klosterkirche Königsfelden mit der berühmten Vogelpredigt des heiligen Franziskus zählen zu den Aargauer Kulturdenkmälern von europäischem Rang. Die kulturellen Schätze aus alter und junger Zeit sind im Aargau auch in rund siebzig Museen für die Öffentlichkeit zugänglich. Angeführt werden diese vom Aargauer Kunsthaus mit seiner einzigartigen Sammlung von Schweizer Kunst (von Caspar Wolf, Hodler, Böcklin, Segantini bis in die Gegenwart). Zu sehen sind diese Kunstwerke und vielbeachteten Wechselausstellungen in einem von den Architekten Herzog & de Meuron gestalteten Erweiterungsbau im Herzen der Kantonshauptstadt Aarau. Viele Museen bieten kindergerechte Aktivitäten an, wie das Naturama in Aarau, das modernste naturhistorische Museum der Schweiz, das restaurierte Wasserschloss Hallwyl, das Kindermuseum Baden, das Historische Museum Schloss Lenzburg oder das Sauriermuseum in Frick. Mit international erfolgreichen Ausstellungen zu Gegenwartsfragen macht das Stapferhaus Lenzburg über die Kantons- und Landesgrenze hinaus Furore. Die Aargauer Theaterszene erfreut mit einem reichhaltigen, oft auch experimentellen Schaffen in verschiedenen Kleintheatern und -bühnen. Eigenproduktionen von Flamencos en route, Theater Marie oder Szenart sind auf Bühnen dies- und jenseits der Kantonsgrenzen zu sehen. Das klassische Musikschaffen wird im Aargau angeführt vom Aargauer Symphonie Orchester, das jährlich fünf Konzertzyklen spielt. Verschiedene Operettenbühnen erreichen mit Profis in den Hauptrollen und ambitionierten Laien ein beachtliches künstlerisches Niveau und spielen regelmässig vor ausverkauften Häusern. Auch der Jazz ist in den Kleinstädten gut vertreten. Baden hat sich in den letzten Jahren zur Festspielstadt entwickelt. Open-Airs wie das «Heitere» in Zofingen, der Boswiler Sommer oder die Oper Schloss Hallwyl sorgen auch im Hochsommer für Kulturgenuss. Die Aargauer Literatur nutzt oft den Lebensraum Aargau als Bühne und Kulisse, so die grossen Romane von Hermann Burger, die Freiämter Trilogie von Silvio Blatter und die Texte von Erika Burkart, Klaus Merz oder Claudia Storz. Die Werke von Aargauer Schriftstellerinnen und Schriftstellern sind in der Aargauer Kantonsbibliothek zu finden. Dass sich im Aargau auch nichtkommerzielles Kulturschaffen entfalten kann, dafür sorgt das Aargauer Kuratorium. Diese Institution, vom Kanton finanziert und aus einer unabhängigen Jury bestehend, unterstützt kulturelle Initiativen, Künstlerinnen und Künstler. Die Aargauer Kulturförderung setzt insbesondere auf junge Kultur mit speziellen Programmen für Rock und Pop. Das Kulturangebot ist reich und vielfältig. Und wer seine Freizeit in der Natur verbringen will, findet auf 1650km Wanderwegen oder auf den zahlreichen Velowegen (auf vier von neun nationalen Radrouten) Bewegungsraum genug! |