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Geschichte
Ab dem 5. Jahrtausend v. Chr. lebten die ersten sesshaften Bauern auf dem heutigen Kantonsgebiet.58 v. Chr. Auch die «Aargauer» Helvetier zogen aus und wurden nach der Schlacht bei Bibracte von Caesar zurückgeschickt. 44 v. Chr. Die Römer errichteten die Kolonie Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst). Kurz nach Christi Geburt Am Zusammenfluss von Aare und Reuss entstand das Militärlager Vindonissa, der bedeutendste Stützpunkt der Römer in der Schweiz. Noch heute werden wertvolle Funde aus dieser Zeit gemacht. Das römische Militär zog aus dem Aargau ab. Hundert Jahre später wanderten von Norden germanischstämmige Alemannen ein und vermischten sich mit der ansässigen gallorömischen Bevölkerung. 768 n. Chr. Unter fränkisch-karolingischer Herrschaft entstand der Name Aargau (pagus Aregaua). Er bezeichnete jedoch ein Gebiet, das von den Berner Oberländer Seen bis nach Brugg reichte. 13. Jahrhundert Die Habsburger wurden das mächtigste Hochadelsgeschlecht im Aargau. Die Gründung der aargauischen Städte erfolgte, die bis auf Meienberg (bei Muri, zerstört 1386) und Biberstein noch heute bestehen und mehrheitlich die Hauptorte der elf Bezirke bilden. 1308 Der deutsche König Albrecht I. wurde bei Windisch von seinem Neffen Johannes erschlagen. Die Königswitwe Elisabeth und ihre Tochter Agnes gründeten am Tatort das Kloster Königsfelden. 1415 Die Eidgenossen besetzten den Aargau. Es kam zur Vierteilung des heutigen Kantonsgebiets in den Berner Aargau, die zwei «Gemeinen Herrschaften» Grafschaft Baden und Freie Ämter sowie das österreichisch-habsburgische Fricktal. Baden war über die nächsten Jahrhunderte (bis 1712) beliebter Sitzungsort der eidgenössischen Tagsatzung. 1798 Nach dem Einmarsch der Franzosen bildete Aarau den Mittelpunkt eidgenössischer Politik. An der ersten Parlamentssitzung der Schweiz wurde am 12. April in Aarau die Helvetische Republik ausgerufen. Der Aargau wurde in die Kantone Aargau (Berner Aargau) und Baden (bisherige Gemeine Herrschaften) aufgeteilt. Der Kanton Fricktal bestand 1802 für wenige Monate. 1802 Die Aargauer Kantonsschule wurde als erste öffentlich-rechtliche Mittelschule der Schweiz gegründet. Sie bekam 1935 ihre endgültige Gestalt mit zwei voneinander unabhängigen Abteilungen, dem Gymnasium und der sogenannten Gewerbeschule. 1803 Napoleon intervenierte im innerhelvetischen Konflikt um Staatsform und Gebietsinteressen und erliess die Mediationsakte. Sie bedeutete für die Schweiz die Rückkehr vom republikanischen Zentral- zum föderalistischen Staatenbund – und für den Aargau die Geburtsstunde als eigenständiger Kanton mit den bis heute gültigen Gebietsgrenzen. 1847 Auf der Strecke Zürich–Baden wurde die erste Eisenbahnlinie der Schweiz eröffnet. Sie bekam im Volksmund den Namen Spanischbrötli-Bahn, weil sich reiche Zürcher Bürger mit dem Morgenzug jeweils das beliebte Badener Gebäck an den Frühstückstisch senden liessen. 1848 Der Aarauer Fabrikant und Regierungsrat Friedrich Frey-Herosé wurde zum ersten Aargauer Bundesrat gewählt. Er blieb bis 1866 im Amt. 1870 Oberst Hans Herzog aus Aarau wurde Schweizer General. Er internierte im Deutsch-Französischen Krieg 87 000 Soldaten der Bourbaki-Armee, denen damit die deutsche Kriegsgefangenschaft erspart blieb. 1914–18 Der Erste Weltkrieg schaffte auch im Aargau wirtschaftliche Not. Der Generalstreik von 1918 verlief im Aargau ohne Blutvergiessen. 1939–45 Als Grenzkanton zu Deutschland durchlebte der Aargau den Zweiten Weltkrieg besonders exponiert. 1967 Das Teilstück Oensingen–Lenzburg der Autobahn N1 wurde eröffnet. Mit dem Ausbau der Nationalstrassen wurde der Aargau zu einem Knotenpunkt des Schweizer Autobahnnetzes, von dem heute rund 100 Kilometer über Aargauer Gebiet führen. 1969 Mit Beznau I ging das erste Schweizer Kernkraftwerk in Betrieb, 1971 folgte Beznau II, 1984 Leibstadt. 1980 Nach siebenjähriger Revisionsarbeit kam eine neue kantonale Verfassung vors Volk und wurde mit 67% Ja-Stimmen angenommen. 1990 Die Zahl der im Aargau wohnhaften Menschen überschritt die Grenze zu einer halben Million (Ende Jahr: 504 597 Personen). 2001 Der Grosse Rat stimmte den Plänen des Regierungsrats zu, die in verschiedenen Aargauer Städten untergebrachte Fachhochschule am Standort Brugg-Windisch zur neuen Fachhochschule Aargau-Nordwestschweiz zusammenzuführen. 2003 Der Aargau feierte seinen 200. Geburtstag. 2005 Die Staatsleitungsreform mit den Kernpunkten Verkleinerung des Grossen Rats auf 140 Mitglieder und Einführung der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung wurde vom Volk beschlossen. 2006 Ein Meilenstein für die Schweizer Fachhochschullandschaft: Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurde in Windisch gegründet. |